Sonntag, 28. Juni 2015

Schiff ahoi!

Nauticus
(Brettspiel)

Spieleabende mit Freunden stehen bei uns grad zur Herbst- und Winterzeit sehr hoch im Kurs. Dabei kommt es für uns nicht immer auf das Glück an. Auch Strategie darf sein. Und so zog bei uns nach "Die Siedler von Catan" und "Kingdom Builder" das Strategiespiel "Nauticus" ein. Doch kann es mit den anderen Spielen mithalten?

Bevor man überhaupt spielen kann, müssen die einzelnen Spielsteine wie zum Beispiel Schiffsteile, Masten, Segel und Waren aus der Verpackung befreit werden. Das geht recht zügig, gut und die Spielunterlagen werden beim Heraustrennen nicht beschädigt.

Da wir alle "Nauticus" zum ersten Mal gespielt haben, musste natürlich die Spielanleitung zu Rate gezogen werden. Hier empfiehlt sich von Anfang an eine gute halbe Stunde bis 45 Minuten einzuplanen. Denn die Anleitung ist zwar leicht verständlich, aber sehr umfangreich. Dies wundert auch nicht, ist man doch Schiffsbauer, Kaufmann und Reeder in einer Person. Die Entwickler des Spieles haben aber neben der ausführlichen Anleitung auch eine Kurzanleitung geschrieben. Wer sich einen Überblick verschaffen will, sollte mit dieser beginnen und nur bei Detailfragen die längere Anleitung zu Rate ziehen.

Nachdem wir nun alle mehr oder weniger das Spiel verstanden hatten, legten wir los. In den ersten Runden kamen immer wieder Fragen auf, da man sehr viele Dinge beachten muss. Hier empfiehlt es sich, die Anleitung immer griffbereit zu haben. Auch sollte man zu Beginn einen Spielführer benennen, der die Einhaltung der Regeln überwacht. Ansonsten kann es passieren, dass zum Beispiel die Fertigstellung eines Schiffes und die damit verbundene Belohnung übersehen wird.

"Nauticus" ist ein reines Strategiespiel. Jeder Zug, egal von welchem Spieler er begonnen wird, muss ebenso von den anderen Mitspielern gezogen werden. Dadurch muss man seine eigene Strategie immer wieder überdenken und weit im Voraus planen. Uns hat das sehr viel Spaß gemacht, ich kann mir aber vorstellen, dass gerade Kinder ab 12 Jahren damit unter Umständen Probleme haben.

Nach 5 Runden (wenn man zu viert spielt) werden die Punkte für Schiffe, gelieferte Waren und Taler zusammengezählt. Das Schöne ist, dass sich dadurch nochmal alles verändern kann. Man kann sich also seines Sieges bis zum Schluß nicht sicher sein.

Allerdings hat auch "Nauticus" einige Schwachstellen:
Zum Einen ist der Spielplan, die Taler, die Figuren zum Setzen und die Arbeiter zu klein geraten. Uns ist es passiert, dass wir beim Setzen unserer eigenen Figur andere von ihrem Feld geschoben haben. Hier hätte ich eine Nummer größer toll gefunden.
Zum Anderen haben sich die Macher zwar bei den Schiffen, den Waren und dem Spielplan selbst sehr viel Mühe fürs Detail gegeben, aber für die Figuren und Arbeiter, die nur durch kleine Würfel dargestellt werden, fehlte dann offenbar die Fantasie. In unserer Runde wurde das sogar als lieblos bezeichnet. Hier wären kleine Männchen besser angekommen.

Die angegebene Spielzeit von 60 bis 90 Minuten ist in meinen Augen knapp bemessen und kann nur dann erreicht werden, wenn alle Mitspieler die Regeln verinnerlicht haben und ihre Züge schnell durchführen. Wir haben rund 2 Stunden benötigt (plus die Zeit, die wir für das Studieren der Regeln aufgewandt haben).


Fazit: "Nauticus" ist ein reines Strategiespiel, das hohe Konzentration und Planung benötigt. Dabei kommt der Spaßfaktor aber nicht zu kurz. Wer Strategie und Taktik mag und sich nicht auf sein Glück verlassen will, kann hier ohne Bedenken zugreifen.

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