Freitag, 31. Juli 2015

Tobey in Nürnberg

Hallo Ihr Lieben,

heute berichte ich Euch von unserem Wochenende in Nürnberg. Mama hat da andere Frauen getroffen und sich mit denen über Bücher unterhalten. Naja, ich mag ja Papier nur, wenn ich es fressen darf. Aber dennoch war es ganz schön aufregend!

Hotel
Wir haben im Hotel Maximilian gewohnt. Das war toll. Schon bei der Begrüßung wurde ich freundlich empfangen und gefragt, ob ich in Frolic zahlen will. Als ob ich Frolic fressen würde.


Das Zimmer war schön groß und geräumig. Sogar eine Küche gab es. Wow! Und weil man ja nie weiß, ob der Reinigungsservice Hunde mag, gab es ein Extra-Türschild, auf dem stand, dass ein Hund im Zimmer wohnt. Cool oder?
Mama war auch sehr zufrieden, denn obwohl wir einen Tag ausgeschlafen haben, wurde unser Zimmer am Nachmittag gereinigt, auch wenn der Service eigentlich schon durch war. Wollt ihr wissen, wo ich geschlafen habe? Schlafen wolltest! Jaaa, schlafen wollte....

Also die Unterkunft war top, sogar Tipps zum Spazieren gehen haben wir bekommen. Klasse!

Restaurants
Mama war mit den Frauen in drei verschiedenen Restaurants. Und überall durfte ich mit. Das war klasse. Ob beim Sushi, beim Tapas knabbern oder abends beim Griechen, ich war immer dabei. Allerdings wurde ich fast immer ignoriert. Das bin ich gar nicht gewohnt, war wohl aber ganz gut, sonst hätte ich mich aufs Essen gestürzt.

Spazieren in Nürnberg
Oh wei, das war gar nicht schön. Überall nur Pflastersteine, alles eng bebaut und für mich nicht toll. Es gab kaum Grünflächen und ich kann doch nur auf Rasen. Wir waren zwar auch an einem kleinen Fluss, was echt toll war, aber da fehlte was: diese komischen Kästen, wo die Tüten drin sind, mit denen Mama immer meine Hinterlassenschaften aufsammelt. So musste sie auf ihre eigenen Tüten zurückgreifen. Nicht dramatisch, aber auffällig.

Insgesamt hat mir Nürnberg ganz gut gefallen. Das Hotel war spitze, die Restaurants zumindest offen für Vierbeiner wie mich. Nur dass es bei unseren Touren kaum Grünflächen gab, war doof. Aber dennoch: schön wars! Und das hat nicht zufällig was damit zu tun, dass du oft geknuddelt wurdest? Ach was!

Wauzige Grüße
Euer Tobey

Donnerstag, 30. Juli 2015

Tobey stellt sich vor!


Hallo zusammen,

mein Name ist Tobey, ich bin aktuell stolze 8 Monate alt und ein Berner Sennenhund. Aber lasst Euch nicht von dem Namen täuschen, denn ich bin alles andere als gemütlich und langsam.

Seit Januar halte ich Denise, liebevoll Mama von mir genannt, auf Trab und scheuche sie durch Feld, Wald, Wiesen und die Welt. Dabei bin ich nur ab und an Nur ab und an? ja gut, immer neugierig und bin der Meinung, dass man mich einfach nur liebhaben kann. Oder seht Ihr das anders?

Als ich eingezogen bin, haben die beiden Katzen echt doof geschaut. Und ich vermute, der Kater würde mich immer noch gern vor die Tür setzen. Aber nix da, ich bin gekommen um zu bleiben.


Oh Mann Mama, muss das sein? Ja es muss, du warst so knuffig als Welpe. Ja gut okay stimmt. Aber wer zeigt schon gern Babyfotos von sich? Also das bin ich beim Einzug. Süß, gelle?

Heute bin ich ja schon viel größer und bereise gemeinsam mit Mama Deutschland. Zur Welt langt es aktuell noch nicht. Ich werde also ab sofort für Euch berichten, wenn Mama mal wieder zu viel Stress hat oder nicht weiß, was sie sagen soll.

Ich freue mich schon!
Liebe Grüße und ein kurzes Wuff
Euer Tobey

Mittwoch, 29. Juli 2015

Countdown zur Tattoo - Queen 2015 - Meine Tattoos


Hallo Ihr Lieben,

In 10 Tagen ist es schon so weit: ich darf bei der Tattoo - Queen 2015 - Wahl mitlaufen. Die Aufregung wächst und jetzt wird es Zeit, Euch mal meine Kunstwerke zu zeigen. Gestochen wurden sie alle von einem Künstler, nämlich von Fischy von Tattoo4ever. Entstanden sind die Tattoos zwischen 2007 und 2014. Und ich bin noch lang nicht fertig....

Ten days left to the big event: Tattoo Queen 2015. I'm nervous as hell and now it is time to show you my tattoos. All tats were made by one man: Fischy from Tattoo4ever. I got my first tattoo in 2007, my last in 2014. And I am not finished at all...


Mein erstes Tattoo und der Beginn meiner Sucht ist eine Hommage an meinen ersten Hund. Nun, er lebte zwar bei meiner Oma, aber uns verband eine tiefe Liebe. Immerhin war er ein Jahr älter als ich und war mir ein treuer Freund.

My first tattoo and the beginning of my addiction was the portrait of my first dog. He lived at my grandma, but our love was deep as it could be. Tapsi was one year older than me und a true friend.



Disney und ich, eine Liebe, die unter die Haut geht. Und da Stitch DER Held für mich ist, durfte er auch als erstes meinen Unterschenkel schmücken.

Disney and me, a love, which goes under my skin. And Stitch is my all time favorite, so he had to be the first character, that goes under my skin.


Mein 3. Tattoo ist Arielle. Ich habe sie vergöttert, kann bis heute den Film komplett mitsprechen und Eric war....nun ja....ich war verknallt in ihn. Jetzt ist es raus!

My 3. tattoo is Ariel. I adore her, can quote the whole movie and Prince Eric was....well...I had a crush on him.


Alice im Wunderland, eine so abgedrehte wie schöne Geschichte. Und ich mag die Raupe einfach. Daher steht bei diesem Tattoo auch nicht die Namensgeberin im Mittelpunkt, sondern die quarzende Raupe.

Alice in wonderland, a freaky and lovely story. And I like the caterpillar. So it was a easy decision, that the caterpillar is the main character in this tattoo.


Bambi war eine reine Herzensentscheidung. Die großen Augen, der leichte Sprachfehler, dazu noch Klopfer und Blume. Wer kann da schon Nein sagen?

Bambi was a decision of my heart. Big eyes, adorable language plus Bumper and Flower. Who could say No to this?


Mein bisher letztes Tattoo ist auch mein persönlichstes. Daher werde ich über den Hintergrund nicht viel verraten. Aber für alle, die sich fragen, was da unter dem Baum steht: das ist der Sensenmann.

My last tattoo so far is also my most personal one. And that's why I wont speak about the backgrounds. But for all, who asks "what is this person under the tree?": it is the death.

Ich bin schon sehr gespannt, wie die Tage auf der Convention sein werden und halte Euch auf dem Laufenden.

I am so exicted, how the days on the convention will be and I will inform you as well as I can. So stay tuned!

Liebe Grüße/ greetings
Denise


Montag, 27. Juli 2015

INTERVIEW mit POPPY J. ANDERSON

Quelle: http://www.poppyjanderson.de/

Du bist seit der Kindheit fasziniert von Football und viele deiner Romane handeln davon, wie begann diese Leidenschaft dazu (oh je, die Frage wurde bestimmt schon 1000 Mal gestellt)?

Die Leidenschaft begann eigentlich durch Filme, also Filme über Football, die ich immer ganz toll und interessant fand, weil ich die Sportart so schön finde.
Ich bin ja auch so ein großer Fußball Fan , diese Mannschaftssportarten finde ich einfach toll,[...]
aber Football finde ich so schön, weil es so ein Sport mit viel Körpereinsatz und taktisch ist, aber dennoch ein bisschen anders als Fußball bei uns durch verschiedene Aufstellungen und Positionen. Es ist einfach lange etwas exotisches für die Deutschen gewesen, da wir das hier nicht so oft sehen.
Hauptsächlich aber über die Hollywood Blockbuster, die von Football handeln.


Noch einmal herzlichen Glückwunsch zum millionsten Roman der als Selfpublisher bei Amazon (in Deutschland) verkauft wurde.
Wie war es, die erste deutsche Autorin zu sein, die das vollbracht hat? Was ist in dir vorgegangen, wie hast du dich gefühlt?

Ich wusste erst gar nicht, dass ich die Erste bin, die eine Million erreicht hat.
Wir hatten so einen Messestand von Autoren, alles Selfpublisher, haben im Vorfeld insgesamt mal ausgerechnet, wie viele Exemplare wir so verkauft haben, da habe ich das erste mal meine Zahlen überhaupt zusammen gerechnet und da sprach mich dann Matthias Matting darauf an und meinte:
 „Wir können ja jetzt bei dir den Countdown einleiten“  "AHA, ich wusste das gar nicht!!!“.
So kam es halt, dass ich dann noch einmal gezielt danach geschaut habe und tatsächlich diesen Countdown eingeläutet habe.
Es war natürlich ein Wahnsinnsgefühl, es ist einfach eine Zahl, die unvorstellbar ist.
Ich habe früher immer gesagt, als ich das erste Buch hoch geladen habe, was ich wirklich aus Spaß gemacht habe, „wenn ich mal 50 Bücher verkaufe, ist das der absolute Wahnsinn für mich“, und ich hätte im Traum nicht damit gerechnet, dass es mal so eine riesige Zahl wird.
Ich bin sehr stolz darauf.


In welche Richtung wärst du beruflich gegangen als studierte Historikerin, wenn der Erfolg als Autorin ausgeblieben wäre?

Mein Plan war ja immer: ich studiere Geschichte und Germanistik und dann werde ich entweder Lehrerin (ich habe auch 3 Jahre im Gymnasium unterrichtet und wollte dann meine Doktorarbeit zu Ende bringen) oder hätte ganz gerne in einem Museum oder einer Stiftung gearbeitet. Hätte mir auch vorstellen können in die Lehre zu gehen z.B. an der Universität und dort Kurse  für Studenten zu geben. Das hätte ich gerne gemacht.
Es ist natürlich immer ein Traum gewesen Autorin zu werden, aber das war für mich alles so fern, genau so fern, als wenn ich jetzt gesagt hätte: ich werde Schauspielerin und werde oscarpreisgekrönte Schauspielerin in Hollywood... Ich hab halt niemals damit gerechnet, es ist ja so über Nacht gekommen und war völlig ungeplant, es ist so ein unendlicher Traum, der in Erfüllung gegangen ist.
Aber wenn es nicht funktioniert hätte, um darauf zurück zu kommen, hätte ich meine Doktorarbeit beendet,(was ich auch noch machen möchte, aber da nehme ich mir jetzt noch viel mehr Zeit mit) und dann im Wissenschaftlichen Bereich gearbeitet.


Du kannst ja als Selfpublisherin entscheiden, wann ein Roman heraus kommt und wie schnell du arbeitest. Nun bist du auch beim Rowohlt Verlag unter Vertrag, gibt es da für dich Unterschiede von der Herstellung? Ist der Druck größer (wegen festgelegtem Abgabetermin) oder schwerer mit Vorgaben zu arbeiten, falls du welche bekommst?

Also die Bücher, die bei Rowohlt raus gekommen sind, sind ja die ersten drei Teile meiner Bücher, die ja schon als eBook erschienen sind. Die hat Rowohlt tatsächlich 1 zu 1 übernommen, es wurde dann noch ein wenig redigiert, da man noch einmal darauf geachtet hat, dass alles ein wenig angepasst wird, es war also keine Buch, was ich hätte neu schreiben müssen. Daher kann ich wegen Abgabedatum etc. nicht so sagen. Kenne es nur aus Erfahrungen von anderen Autoren, die tatsächlich ein Buch nach Vorgabe schreiben, im Vorfeld ein Abgabedatum haben und während dessen mit Lektoren zusammen arbeiten und den Plot zusammen generieren.
Als Selfpublisher ist es natürlich super, dass man alles selbst entscheiden kann, jedoch hat man natürlich die ganze Arbeit, die in einem Verlag Hand in Hand ablaufen und abgenommen werden, die man so ganz alleine erledigen muss. Es ist viel mehr Arbeit, aber auch eine schöne Freiheit. Es hat beides seine Vor- und Nachteile


Du hast nun seit 2012 unaufhörlich einen Erfolg nach dem nächsten, was hat sich seit dem alles für dich verändert? Wer sorgt dafür, dass du diese angenehme Bodenständigkeit nicht verlierst?

Tatsächlich hat sich für mich nichts geändert, ich bin nicht abgehoben oder so, ich würde auch niemals nicht bodenständig sein wollen! Ich finde nichts schlimmer, als wenn er dann so abdreht, wenn er dann mal Erfolg hat. Das ist eine Sache, die kann auch immer schnell vorbei sein, das muss man sich einfach vor Augen halten. Klar kann man es zu dieser Zeit dann genießen, aber man muss sehr hart daran arbeiten, dass das auch so bleibt.
Darum glaube ich, dass diese Arbeit jeder selbst hat, jeder selbst dafür sorgt, dass man bodenständig bleiben muss. Denn wenn ich nun sage „Ich ruhe mich nun aus, auf dem was ich bis jetzt erreicht habe“ dann kann das alles ganz schnell vorbei sein.
Es kann auch schnell vorbei sein, wenn ich jetzt weiter schreibe. Vielleicht treffen die Bücher nicht mehr den Nerv der Leserinnen, man kann das ja alles vorher nicht sagen und ahnen und deshalb bemühe ich mich einfach so gut wie möglich Leistung abzugeben und etwas zu schreiben, was die Leserinnen gern lesen möchten.
Mein Umfeld hat sich jetzt nicht verändert, so das ich sagen könnte, ich suche mir jetzt andere Freunde, das wäre ja total schwachsinnig, das würde einfach nicht zu mir passen, würde ich meinen.


Wie lange brauchst du im Schnitt für ein Buch, vom ersten bis letzten Moment? Wenn ich richtig gezählt habe, hast du mit deinen 32 (?) Jahren schon 21 Bücher heraus gebracht.

Ja, es sind so um die 20, die Zahl weiß ich gerade selbst nicht so genau. Es sind ja auch ein paar kleinere Bücher dabei oder Specials mit Rezepten. So ein richtiges Buch z.B. „Nur ein Kuss“ was ich im April raus gebracht habe, das habe ich tatsächlich vor 7 Jahren angefangen zu schreiben. Es war halt nicht fertig, ich hab es jetzt erst fertig geschrieben, das begleitet mich schon ganz lange. Die Geschichten selber habe ich schon seit Jahren im Kopf, dadurch auch die Figuren und andere Protagonisten und es ist alles ausgearbeitet, die sind schon eigenständige Persönlichkeiten. Und das Schreiben selber, sobald die Geschichte richtig in meinem Kopf ist und ich weiß, wie sie aufgebaut wird, geht das Schreiben relativ schnell. Die Geschichten begleiten mich jahrelang.
Ich würde sagen, dass ich für das Aufschreiben der Geschichte dann 4 Wochen bis 5 Monate benötige, genau kann man das nicht sagen.
Notizen habe ich chaotisch überall, ob im Handy oder auf Zetteln oder Blöcken...überall, doch das Meiste habe ich im Kopf.
Wichtig finde ich, dass die Stimmung passen muss!
Es gibt noch Bücher, die unvollständig sind, obwohl ich sie schon längst hätte heraus bringen wollen, aber es fehlte die passende Stimmung zum schreiben.
Sie sind vielleicht sehr melancholisch und da hat man gerade nicht die gewisse Schwere für, sich hinein versetzen zu können oder ein Buch, das lustig und fluffig, locker und lustig sein soll,  aber du selbst befindest dich in einem Tief. Das funktioniert dann einfach nicht.

Was lenkt dich am meisten vom Schreiben ab?

FACEBOOK!!!

Womit belohnst du dich am liebsten nach Fertigstellung eines Buches?

Ich mache da eigentlich so eine Urlaubsplanung, was ich alles schönes machen könnte. Es kann so ganz unterschiedlich sein, wie zum Beispiel jetzt, dieser Berlin Trip und ein Konzert besuchen. Oder ich überlege, was könnte man nächstes Jahr Schönes machen, aber tatsächlich ist es nach einem Buch anders!
Ich bin da so euphorisch und plane schon das Nächste. Es ist eigentlich gar nicht so eine große Sache für mich, dass ich sage „Nun kaufe ich mir irgend etwas oder mache etwas tolles um mich zu belohnen“ Man ist da noch in diesem absoluten Schreibmodus und freut sich, beginnt zu überlegen, welches Buch könnte ich den jetzt schreiben.
Ich freue mich sogar auf das Nächste und das ich wieder in die Tasten hauen kann :)

Kannst du denn schnell abschalten und gleich auf eine neue Geschichte umschalten?

Ja, das gibt es aber nicht all zu oft.
Es gibt meistens beim letzten Buch das fertig wurde, noch so viel zu erledigen z.B. Korrektorat, oder Cover oder einer Planung für eine Veranstaltung... , das ich nicht gleich dazu komme, aber wenn ich diesen tollen Schreibmodus und die Euphorie ausnutzen kann, dann klappt das sehr gut, dann kann ich sehr gut umschalten.


Wie geht deine Familie mit einem intensiven Schreibmarathon zum Ende eines Buches um?

Also vor allem Freunde und Familie, die verstehen das , dass ich da nicht so viel Zeit habe oder dass ich dann mal sage „Können wir das Kino vielleicht doch noch einmal verschieben? Ich bin gerade dabei das Kapitel zu schreiben und so gut drinnen, wenn ich jetzt aufhöre und ins Kino muss, hab ich irgendwie auch den Kopf nicht so frei“. Denn wenn ich in dieser Welt des Buches hänge, haben die da sehr viel Verständnis für, muss ich schon sagen.
Aber auch meine Schwester ist eine riesengroße Hilfe, sie nimmt mir immer ganz viel ab und macht alles mit den Hunden. Ich kann dann schreiben und sie ist dann diejenige, die immer sagt, wenn ich ihr das neue Kapitel schicke „Ja mach mal, ich will das nächste lesen, beeil dich doch mal!“(an dieser Stelle mal liebe Grüße an Ina von Sannistyle-Berlin)
Das ist eine super Unterstützung, es ist auch wichtig für mich, ansonsten könnte ich das gar nicht so in dieser hohen Frequenz schaffen.

Von wem würdest du dir hier auf Sannistyle-Berlin.de ein Interview wünschen?

Also ich bin ja totaler Diana Gabeldon Fan, die die tolle, unglaublich wunderschöne und lesenswerte Highland Serie geschrieben hat. Ich würde mir gerne ein Interview wünschen, das so ein bisschen auf den deutschen Buchmarkt abzielt. Also was sie da genau für Vorstellungen und Wünsche hat und ihr besonders gut daran gefällt. Es ist ja alles so auf den amerikanischen Markt ausgerichtet, wenn sie Interviews gibt, so etwas fände ich total toll.


Liebe Poppy, ich danke dir ganz doll für dieses tolle Interview und deine Zeit, wir (Tabea, meine Tochter und ich) fanden es so lustig mit dir und freuen uns auf das nächste Mal, wenn wir quatschen und zusammen lachen können. 
Sandra

Dienstag, 21. Juli 2015

Bitte melden wegen Gewinn

Sarah Runge, bitte schreib uns eine Nachricht bis morgen 15:00 Uhr, ansonsten wird neu ausgelöst!
Also könnt ihr anderen noch einmal zittern ob das Glück zuschlägt.
Schönen Abend
Sanni

Montag, 20. Juli 2015

Gewinner des Kerstin Gier Gewinnspiels!

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH



Liebe Sarah Runge
herzlichen Glückwunsch, du hast die Hörbuch-Box von Kerstin Gier gewonnen!
Bitte schicke mir bei Sannistyle-Berlin  auf Facebook eine Nachricht mit deiner genauen Anschrift, damit dich dieser tolle Preis schnell erreichen kann!
Liebe Grüße 
Sanni

Sonntag, 19. Juli 2015

Bald! Interview mit Poppy J. Anderson

Wieder einmal gibt sich eine sehr beliebte Autorin die Ehre meine Fragen zu beantworten...
 und es ist keine geringere als Poppy J.Anderson.
Quelle: http://www.poppyjanderson.de/

Freut euch mit mir darauf, mehr über sie zu erfahren!
In Kürze hier bei Sannistyle-Berlin
Liebe Grüße
Eure Sanni

Blasenspaß für kurze Zeit

Seifenblasen machen ist nicht nur was für Kinder. Auch ich habe mit fast 30 noch sehr viel Spaß daran. Und der Spaß wird umso größer, je größer die Blasen werden. Daher war die Freude riesig, als das Mega-Bubble-Set bei mir einzog. Doch die Freude war nicht von langer Dauer.

Beim Auspacken musste ich leicht schmunzeln. Ich hatte mir zwar keine Vorstellung gemacht, was in der Box ist, aber DAS hatte ich nun überhaupt nicht im Sinn: die großen Blasen macht man nämlich mit einer zwischen zwei Holzstäben befestigten Schnur, an der als Gewicht eine Unterlegscheibe hängt. Die Blasenlösung gießt man in einen Plastikbecher, wie man ihn von Fleischsalat kennt. Hohe Qualität ist was anderes, aber es geht ja auch um den Spaß.

video


Und den hatte nicht nur ich, wie man in dem Video sehen kann. Leider ist der Spaß auch schnell vergangen, denn die Lösung hält nicht ewig vor. Ist diese leer, ist der Spaß schon rum und auch die Utensilien sind dann eher unnütz. Zumal ich überzeugt bin, dass so mancher Papa die benötigen Dinge auch fix selbst herstellen kann.

Leider haben die Seifenblasen keine besonders lange Lebensdauer. Wenn ich zum Vergleich mal die berühmten Bubbles der Firma mit dem Teddy vorn drauf heranziehe, begehen die Mega Bubbles schon fast Suizid. Davon war ich schon genervt und ich kann mir vorstellen, dass es Kindern ähnlich geht. Denn wer möchte nicht gern den Blasen noch hinterher laufen? Hier lohnt ja nicht mal der erste Schritt.

Fazit: eine feine Idee, die aber nur kurzzeitig Spaß bringt und für mich zu viele Kritikpunkte hat. Schade!

Samstag, 18. Juli 2015

FERIEN - Eine Woche auf der Insel


Vom 24.06.-01.07.2015 verbrachten wir eine Woche auf der Insel Föhr.

Die Insel ist mit dem Auto oder der Bahn zu erreichen. Um vom Festland in Dagebüll zu

einer der Nordsee Inseln zu gelangen, sollte man sich einen Platz auf der Fähre frühzeitig buchen, da die Plätze speziell in der Saison schnell vergriffen sind (vor allem, wenn man mit dem Auto anreist).

Hat man erst einmal gebucht, ist es ein leichtes in den Fährzeiten zu tauschen, da damit

gerechnet wird, das man es zeitlich über die Autobahn nur mit Verzögerungen schafft.

Die Anfahrt von Berlin dauerte wegen der vielen Baustellen fast doppelt so lang wie

berechnet. Egal von wo man kommt, ich würde großzügig in der Zeitberechnung sein.

Wir fuhren um 10:00 morgens los, dachten, wir würden die Fähre um 18:00 Uhr locker erreichen, doch Pustekuchen, wir mussten umbuchen auf 19:00 Uhr.

Auf unserem Weg machten wir höchstens eine Stunde Pause.

Die Raststätten, die auf dem Weg liegen, sind alle nicht sehr empfehlenswert, es gibt überall nur überteuerten Imbissfraß, der untersten Qualität. Hätten wir das vorher gewusst, wären wir bei einer der Filialen des großen M eingekehrt, die es in einigen Abständen auf dieser Strecke gab.



In Dagebüll angekommen, war alles sehr gut organisiert um mit dem Auto auf die Fähre zu gelangen.

Einfach aber sehr sauber und gepflegt bietet das Schiff für die Überfahrt, ein Bordrestaurant mit einfachen Speisen und Getränken.

Wir bestellten für meine Tochter Milchreis, der leider sehr enttäuschend war, eiskalt (und ich meine wirklich EISKALT!) wurde er serviert und so blieb auch hier wieder eine Dreiviertel Portion übrig.

Ein tolles Highlight für die Kleinen ist das Bälle-Bad, welches auf jeder Fähre zu existieren scheint.

So vergingen die 50 Minuten Fahrt wie im Flug.

Das Aussichtsdeck lässt einem eine schöne Brise um die Nase wehen und die erste Freude auf den Flair der friesischen Karibik genießen.



Auf der Insel angekommen, umgibt einen gleich eine tolle Atmosphäre. 
Man ist als Großstadtmensch nicht mehr von Grau umgeben, sondern von grün und blau, wunderschön.
Im Norden gibt es ein schönes Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“, der Koffer sollte wirklich gut gemischt gepackt sein.

In der Sonne knallt die Wärme, am Deich ist es so windig, das man gleich wieder eine Jacke benötigt.

Essen: hier gibt es einige Möglichkeiten. 
Man kann in Wyk bei Liddl oder Sky, den dortigen Discountern gut einkaufen, jedoch günstig essen gehen ist einfach nicht möglich. 

Obwohl, an der Promenade gab es einen tollen Dänischen Imbiss, der die Pommes mit Heißluft bäckt. Ich habe selten so tolle Fritten gegessen, günstig waren sie jedoch auch nicht!

Der blanke Horror traf uns allerdings beim Pfannkuchenhaus. 
Ich habe selten so einen Wucher erlebt. Beispiel. Einfacher Pfannkuchen mit Marmelade sollte 3,80€ kosten, einer mit roter Grütze und einer Kugel Vanille Eis 9,80€! 
Aus diesem Etablissement sind wir nach dem studieren der Speisekarte geflüchtet, denn die Preise stiegen beim weiter lesen immer weiter an.



Was uns eigentlich interessierte, war ein Restaurant, welches auch die Einheimischen lieben und schätzen. 

Ich komme ja schnell mit Leuten ins Gespräch und in einem kleinen Teeladen (Friesisches Teehaus Wyk, Große Straße 2, 25938 Wyk auf Föhr, ...sehr zu empfehlen) an der Promenade, lernte ich eine ausgewanderte Berlinerin kennen. 

Sie verriet mir nun einen tollen Geheimtipp!  



Der Midlumer Krog , sehr nette Bedienung, Kinderfreundlich mit Spielecke und einer extra 

Speisekarte für die Kleinen. Klasse! 

Das Esse wurde in Schälchen serviert und war reichhaltig und super Lecker, dabei die Preise absolut human. 

Es wundert daher nicht, das man unbedingt vorbestellen sollte, denn es ist immer bist zum letzten Tisch ausgebucht.

Ich kann nur sagen... Kein Wunder, es lohnt sich!!! 

Wir waren 2 Mal dort essen und wurden nicht enttäuscht, man wünschte sich eher ein so tolles Restaurant auch in Berlin, den die Qualität und Frische mit der dort zu diesen Preisen gearbeitet wird, kann kein anderes Restaurant auf der Insel als auch in Berlin bieten.



Was die Freizeitaktivitäten auf der Insel angeht, sind die Geschmäcker verschieden, wie ja jeder weiß,... 
Wir waren viel am Strand, haben Burgen gebaut, Muscheln gesammelt, das Friesen Museum  besucht und bei schlechterem Wetter, das Wellenbad im AQUAFÖHR genossen, was mit dem Salzwasser, toll für die Haut war und ein Spaß für Groß und Klein bot.
 

An einem Samstag Vormittag waren wir mit dem Friesenexpress unterwegs, der Fahrer, der die Besichtigungsfahrt führte, hatte lockere Sprüche drauf und war ein typischer Friesen Jung. Leider war die gesamte Fahrt recht anstrengend für Kinder, da es nur einen Stopp am Deich gibt, bei dem eigentlich das Watt bewundert werden konnte, leider hatten wir Flut und waren recht enttäuscht, da es nur um die Geldmacherei ging als um die eigentliche Sache. 

Die Gaststätte die man angehen hätte können, hat am Samstag Ruhetag und so blieben einige Leute durstig, die auf einer Inseltour von Amrum kamen. Nicht so schön, wenn eine Reiseleitung das nicht weiß! *räusper



Für Kinder ab 6 Jahren bietet die Insel Föhr die Kinder Uni Föhr an, die den Kindern viel über die Insel, das Meer und die Kultur beibringt. 
Ich war begeistert von der Vielzahl an tollen, qualitativ neuwertigen Spielplätzen, die an vielen Orten aufwarten und auf Touristik Plänen eingezeichnet sind.  
Ich fand die Zeit dort richtig schön, weiß aber nicht, ob es mir irgendwann langweilig geworden wäre, wenn wir länger geblieben wären.
 

So war es genau richtig :)

Freitag, 17. Juli 2015

Bunter Mix aus Ironie und Gefühl

Bunte Rapublik Deutschpunk
SDP

Deutschsprachige Texte und ich waren lange Zeit keine Freunde. Uninspiriert, plump und meist so nah am Schlager, dass mir spontan blonde Locken gewachsen sind. Das musste nicht sein. Auf meinen Streifzügen durch YouTube bin ich auf SDP gestoßen. Eher per Zufall und was soll ich sagen? Zum Glück!

Entdeckt habe ich Vincent und Dag über ihren romantischen Song "Ich muss immer an dich denken". Der traf mich direkt ins Herz, was ich erstaunlich finde, denn wir sprechen hier von einer Band, die neben HipHop, auch Rap, Sarkasmus und vieles weitere bedient.


Und weil ich von Natur aus neugierig bin, habe ich mich durch die Songs gehört und dann bei "Bunte Rapublik Deutschpunk" zugegriffen.

SDP tun etwas, was nicht mehr viele Künstler können: sie erzählen mit ihrem Album eine Geschichte. Angefangen vom Intro, in dem sie ihre Machtübernahmemaschine vorstellen, über Songs, in denen sie Chefs anklagen bis hin zur wirklichen Machtübernahme ist alles dabei. Und die Jungs scheuen sich nicht, sehr direkt zu werden. Worte wie F*ck und ähnliches kommen vor, werden aber nicht unverhältnismäßig genutzt um zu schocken, sondern um einfach etwas deutlich zu machen. Respekt dafür, denn viele deutsche Musiker kennen diesen Unterschied nicht.

Was mich positiv überrascht hat, war die emotionale Bandbreite des Albums. Klar, die beiden haben Spaßsongs wie "Lied für die Fans von anderen Bands" oder "Als ich Mädchen noch scheiße fand" auf ihrer CD. Und dazwischen mogelt sich ein Herzschmerzsong wie "Wegen dir", den ich direkt 3 mal hören musste, weil mich der Text so geflasht hat.

Und wer jetzt abwinkt und sagt "Pfft, was bringt mir das?", sollte mal "Mach mal Platz für dich selber" hören. Denn Dag und Vincent motivieren hier ihre Hörer und zwar nicht mit platten Kalendersprüchen, sondern mit Kreativität. Wow!

Fazit: SDP können es. Wer mal erfahren möchte, wie Berlin rocken kann, sollte hier zugreifen!

Montag, 13. Juli 2015

Neuerscheinung, Das Lilienhaus von Sarah Harvey

Neuerscheinung!
Die Liebe Sarah Harvey hat am heutigen Montag ihr neues Buch veröffentlicht und das will ich euch nicht vorenthalten und ans Herz legen. Sie schreibt wunderbar lustig, aber auch mitreißend, ihr solltet mindestens ein Buch von ihr gelesen haben.
Ich wünsche Sarah viel Glück mit diesem tollen Buch <3

Über Sarah Harvey: 
Sarah Harvey, geboren 1969, lebte viele Jahre in einem alten Herrensitz in Cornwall. Vor Kurzem ist sie wieder zurück in ihre Heimat Northhampton gezogen, wo sie heute gemeinsam mit ihren Hunden in einem Cottage wohnt. Mit ihren atmosphärischen Romanen, die häufig den Schauplatz Cornwall haben, feiert sie seit vielen Jahren große internationale Erfolge.


Inhalt:
Als ihre Mutter stirbt, reist Ellis für die Beerdigung in ihre Heimat Cornwall. Ihr Leben scheint an einem Tiefpunkt angelangt: Ihr Mann betrügt sie, und der Tod der Mutter Rose ruft schmerzhafte Erinnerungen daran wach, wie ihr geliebter Vater vor vielen Jahren spurlos verschwand. Beim Sichten der Hinterlassenschaften stößt Ellis auf das Foto einer mysteriösen jungen Frau, deren Schönheit betörend ist. Welche Rolle mag sie im Leben ihrer Eltern gespielt haben?

Leseprobe

Der Sturm war so heftig, dass er einen brüllenden Riesen gebar, der mit geballten Fäusten gegen die Tür hämmerte, wohl wissend, sie würde schon bald unter seinen entfesselten Schlägen nachgeben. Den Geräuschen nach zu urteilen, schienen die Scheiben des unglaublich großen Gewächshauses unter der gewaltigen Kraft des Ausbruchs jeden Moment zu bersten.
Doch während draußen das Unwetter wütete, war es im Inneren der Oase aus Glas ruhig.
Eine andere Welt.
Die weitläufige Orangerie, wenn auch nahtlos an die alten Steinmauern des Hauses angefügt, bildete auf wundersame stille Weise einen in sich geschlossenen Fremdkörper in der kurzzeitig so außer Rand und Band geratenen Landschaft Cornwalls. Bis unters Dach voll mit tropischen Grünpflanzen und ihren bunt blühenden Artgenossen, hob es sich geradezu irrwitzig vom kalten Grau draußen vor der Tür ab.
Ein gezähmter Dschungel, der in all seiner Schönheit nur einer einzigen blühenden Blume Tribut zollte: der Lilie.
Im Herzen des Atriums unter einer Glaskuppel gab es eine freie Fläche, klar umrissen von einem verzierten Kreis aus aufwendig bemalten Bodenfliesen. In der Mitte des Kreises befand sich ein in gleichem Maße prächtig verzierter schmiedeeiserner Tisch mit zwei filigranen Stühlen, an dem eine Frau saß: Urheberin und schöpferische Kraft dieses Ortes.
Aus der Ferne betrachtet könnte ihre feingliedrige und elegante Gestalt zu einer jungen, schlanken Frau gehören, doch bei näherer Betrachtung verrieten ihr bereits silbrig durchzogenes Haar und ihre umschatteten blauen Augen in der Farbe eines bleichen Sommerhimmels ihr wahres Alter – sie hatte die Sechzig bereits knapp überschritten.
Scheinbar gleichgültig gegenüber dem Inferno vor ihrer Haustür, goss sie sich ein großes Glas Gin aus einer runden Flasche Hendrick’s aus dunklem Apothekerglas ein, die vor ihr auf dem Tisch stand. Beim ersten kleinen Schluck verzog sie noch das Gesicht, dann nahm sie einen größeren, und diesmal schwenkte sie den scharfen Alkohol durch den Mund, bevor sie ihn resolut hinunterschluckte.

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 TEIL I
Cornwall

 1

Der Sonnenaufgang schien sich an diesem eisigen Novembermorgen zu verspäten. Mühsam kämpfte er sich durch eine dichte, dunkle Wolkendecke, die die Spitzen des hügeligen Moorlands mit ihren kalten Lippen küsste. Die endlose Straße, die zwei Grafschaften durchschnitt, war eingehüllt in dicht über dem Boden schwebenden Nebelschwaden, als Ellis Taylor am Bodmin Moor vorbeikam. Alles, aber auch alles wurde hier verschluckt und in ein unheimliches, gespenstisches Grau getaucht.
An der nächsten Abzweigung bog sie von der A30 ab auf eine Landstraße, die sie nach Hause bringen würde. Allerdings sagte sie nur, sie führe »nach Hause«, weil sie an den Ort zurückkehrte, an dem sie als Kind gelebt hatte und zu einer jungen Frau herangewachsen war. Und wenn Ellis sich angesichts der vielen Ungewissheiten in ihrem Leben zumindest einer Sache sicher war, dann der Tatsache, dass sie nicht mehr wusste, ob sie überhaupt noch ein Zuhause hatte.
Zuhause war sicher nicht der Ort, von dem sie gerade kam und wo sie mit Edward, ihrem Mann, die letzten zwölf Jahre gelebt hatte. Und es war auch nicht der Ort, zu dem sie gerade auf kurvenreichen Straßen durch das windgepeitschte Moorland unterwegs war und der keinerlei heimelige Gefühle in ihr weckte.
Ihre Gedanken wurden begleitet von einer leise im Hintergrund laufenden Mozart-Sonate. Leise deshalb, weil sie beim Nachdenken keine laute Musik ertrug.
Heute Morgen hatte Edward sie zum Abschied geküsst, doch an seinen Lippen klebte bereits der bittere Nachgeschmack seiner Schuldgefühle.
»Ich sollte dich wirklich begleiten«, flüsterte er ihr ins Ohr und zog vor lauter Gewissensbissen eine Art Schmollmund. »Aber du weißt, dass der Termin heute schon seit Monaten feststeht … Ich kann wirklich nicht mitkommen. Du kommst doch alleine klar, oder?«
Sie gab sich nicht sonderlich Mühe, ihn in dem Glauben zu bestärken, dass sie damit schon irgendwie alleine klarkam, wie sie es sonst immer getan hatte. Dieses eine Mal hätte er ihr ohne Wenn und Aber zur Seite stehen müssen. Es war völlig egal, wo er seiner Meinung nach an diesem Tag unbedingt zu erscheinen hatte. Am Tag der Beerdigung ihrer Mutter. Was auch immer er für Gründe anführte, sie wusste sowieso instinktiv, dass er ihr etwas vormachte. Und selbst wenn seine Ausflüchte nicht gelogen waren, spielte es keine Rolle, wie er die Situation oder sie ihre Beziehung einschätzte: Er war immer noch ihr Ehemann, und nur deshalb gab es nicht einen einzigen guten Grund, ihr heute nicht beizustehen. Es gab nur hohl klingende Entschuldigungen.
Ellis fand, wer sich ständig entschuldigte, der kümmerte sich nicht mehr wirklich um den anderen, nahm keine Rücksicht mehr und handelte auch nicht mehr aus Liebe.
Handelte sie aus Liebe, wenn sie jetzt zu dem Haus fuhr, in dem sie ihre Kindheit verbracht hatte? Irgendwie schon, aber es drehte sich um eine andere Art von Liebe. Die zwischen Mutter und Tochter, wenn auch nur schwach ausgeprägt. Andere Leute gerieten ins Schwärmen, wenn sie über die Liebe zu ihren Kindern sprachen. Aber die Beziehung von Rose James zu ihrer Tochter Ellis war immer merkwürdig gewesen, und zwar richtig. Auch deshalb, weil Rose so ein merkwürdiger Mensch gewesen war. Kühl und unzugänglich. Genau wie die Moore Cornwalls, die das Markenzeichen der Gegend waren, in der sie gelebt hatte. Wunderschön und doch so trostlos – und feindselig.
Als Ellis vor vielen Jahren als naiver Teenager nach London gezogen war, hatte sie vielleicht noch gehofft, dass ihr Verhältnis sich bessern würde, aber je weiter sie voneinander weg waren, desto schlechter schien es zu werden. Die Distanz zwischen ihnen ließ ihre Herzen nicht weicher werden, im Gegenteil, beide Frauen entfernten sich innerlich noch mehr voneinander, und die Besuche wurden immer seltener.
Erst vor Kurzem hatte Ellis das Gefühl gehabt, dass sich etwas veränderte. Allerdings ohne auch nur den Hauch einer Ahnung, dass es nun bereits fast zu spät war. Ellis war überrascht gewesen, so etwas wie Unsicherheit an ihrer Mutter wahrzunehmen. Zeit ihres Lebens hatte Rose James eine Fassade aus purem Stahl zur Schau getragen, und doch entdeckte Ellis eines Tages ein paar Risse in dieser kalten, grauen Hülle, ein ängstliches Zittern. Der abweisende Blick ihrer Mutter war plötzlich wie weichgezeichnet durch einen glänzenden Schimmer aus zurückgehaltenen Tränen, und sie sagte Dinge, in denen fast so etwas wie Bedauern mitschwang.
Bei ihrem letzten Besuch hatte Rose sogar eine Hand ausgestreckt und sie berührt, ein seltener Moment mit Körperkontakt, und sie hatte diesen Satz geflüstert, der aus ihrem Mund geradezu aggressiv klang: »Du weißt aber schon, dass ich dich immer geliebt habe.«
Natürlich wäre die ehrliche Antwort ein klares »Nein« gewesen. Nein, das wusste sie bei Gott nicht, sie war einfach immer davon ausgegangen, dass sich irgendwo in diesem kalten Herzen ein bisschen Liebe für sie befand, die aber nur äußerst selten darüber hinausging, ihr täglich die Haare zu bürsten, die Strickjacke zuzuknöpfen und darauf zu achten, dass sie das Gemüse aufaß. Jetzt rang Ellis sich ein Lächeln ab und murmelte »Ja, klar«, denn tief in ihrem Inneren wusste sie, dass sie es eines Tages bereuen würde, wenn sie es nicht gesagt hätte.
Mit anzusehen, wie jemand, der sich stets unter Kontrolle gehabt hatte, plötzlich immer zerbrechlicher wurde, brachte eine Saite in ihr zum Klingen, die sich seltsamerweise und nicht ganz ohne Ironie mütterlich anfühlte, und sie zog unerwartet die Möglichkeit in Betracht, zum ersten Mal in ihrem Leben von ihrer Mutter gebraucht, vermisst und vielleicht ein bisschen geliebt zu werden.
Sie hatte sogar beschlossen, sie öfters zu besuchen. Doch dazu war es jetzt zu spät. Diese Reise nach Hause diente nicht mehr dem Versuch, das Band zwischen ihnen zu festigen, das über die Jahre so brüchig geworden war, dass es bei dem kleinsten Hinweis auf Unstimmigkeiten riss. Sie fuhr nur noch nach Hause, um Abschied zu nehmen.
Ellis hing ihren Gedanken und Erinnerungen nach. In den Kegeln ihrer Scheinwerfer zog die trostlose und doch irgendwie wunderschöne Landschaft des Hochmoors an ihr vorbei. Deshalb sah sie das Tier erst im allerletzten Augenblick, als es schon fast zu spät war.
Ein kleiner Hirsch, ein Muntjak, zeichnete sich in der Dämmerung als Silhouette gegen das Morgenlicht ab. Klein, aber kräftig, stand er auf den Hinterbeinen stolz und erstaunlich behände mitten auf der Straße. Ellis trat auf die Bremse, spürte, wie die Räder ihres kleinen BMWs blockierten und sie auf der nebelnassen Straße ins Schleudern geriet. Das Auto brach hinten aus und drehte sich nach links.
Ellis ging noch durch den Kopf, wie dumm es von ihr war, aber sie konnte nicht anders: Sie kniff die Augen zu, rammte den Fuß noch fester aufs Bremspedal – und machte somit genau das, was man nicht tun sollte. Sie verkrampfte sich und wartete auf den unvermeidlichen Aufprall im Graben oder gegen die Leitplanke, und deshalb brauchte sie einen Augenblick, um zu kapieren, dass ihr schleuderndes Auto von alleine stehen geblieben war. Und selbst danach dauerte es noch einen Moment, bis sie die Augen wieder aufbekam. Sie hatte sich mehrmals um die eigene Achse gedreht.
Das Erstaunlichste aber war, dass der Hirsch immer noch genau an derselben Stelle stand und sie unverwandt anstarrte, bis er mit einem Mal, als hätte jemand einen Schalter umgelegt und damit einen Automaten zum Leben erweckt, abdrehte, über eine Hecke sprang und verschwand.
Ellis rührte sich nicht, selbst als ihr bewusst wurde, dass ihr Wagen schräg über beide Spuren der Gott sei Dank unbefahrenen Landstraße stand. Ihr Puls fing an zu rasen, als das Adrenalin endlich durch ihre Adern jagte. Ihre Hände schienen am Steuer festzukleben.
Schließlich öffnete sie das Fenster und atmete einmal tief durch. Und als die frische Luft in ihren Lungenflügeln ankam und sie feststellte, dass auch ihr Herz noch schlug, wenn auch zu schnell, da schoss es ihr wie im Zeitraffer durch den Kopf, wie rasant doch alles vorbei sein konnte und dass sie zum Glück ihr Leben noch vor sich hatte, bunt und verheißungsvoll mit all seinen schrecklichen und glücklichen Momenten. Und in diesem Augenblick, als ihre Gedanken sich im Kreis drehten wie ihr Auto vor ein paar Minuten, begann sie aus vollem Hals zu lachen.


2

Eigentlich hatte sie vorgehabt, gleich zum Haus zu fahren, aber die Zeit war zu knapp.
Sie hatte noch mindestens weitere zehn Minuten mitten auf der Straße zwischen den Bremsspuren gestanden, bis die Lichter eines herannahenden Autos sie aufscheuchten. Es war ganz einfach, sie musste nur den Motor starten und auf den nächsten Parkplatz fahren. Dort verbrachte sie noch mal zehn Minuten, bis ihr Herzschlag sich so weit verlangsamt hatte, dass er nicht mehr das Einzige war, was sie wie einen zu schnellen Trommelschlag hören und spüren konnte. Danach war sie ausgestiegen und im kalten Wintermorgen ein paarmal um ihren Wagen gelaufen.
Von außen war von dem ganzen Vorfall nichts zu sehen.
Dass überhaupt etwas passiert war, verrieten nur ihre immer noch leicht zitternden Hände auf dem Lenkrad, nachdem sie wieder eingestiegen war und die Fahrt durch die Grafschaft fortsetzte. Mittlerweile war es hell geworden, und die raue Ginsterlandschaft wechselte sich mit braunem Farndickicht ab, unterbrochen von tiefen, runden Seen mit grauem eisigen Wasser, geduckten Bauernhöfen und beisammenstehendem Vieh und Herden von wilden Moorland-Ponys mit dickem Winterfell.
Auf der nächsten Etappe ihrer Reise tauchten urplötzlich entlang der Landstraße vom Wind gebeugte Bäume auf, die einen Tunnel bildeten. Danach ging die weitläufige Kargheit von vorher in weichere Gefilde mit sanft abfallenden Wiesen über. Zwischendrin standen mit Licht gesprenkelte Wälder, in die das Meer spielerisch Mündungen und Flussarme hineinschickte, durch deren Salz- und später Süßwasser sich alles, was mit ihnen in Berührung kam, von braun und unfruchtbar zu üppig und saftig grün verwandelte.
Schließlich führte die Straße Ellis hinunter zur Brandung der Keltischen See und zu einem kleinen Ort an der Südküste, an dessen Ortsende jenes viel zu große, wie aus einer anderen Zeit stammende Haus – von allen nur Great House genannt – stand, zu dem sie nur widerwillig zurückkehrte, obwohl sie dort ihre prägenden Jahre verbracht hatte.
Ellis war insgeheim froh über ihre Verspätung, diente sie ihr doch als Ausrede dafür, nicht als Erstes zum Haus fahren zu müssen. Seit dem Tod ihres Vaters vor so vielen Jahren hatte das Anwesen jegliche Anziehungskraft für sie verloren. Ihr Zuhause war damals zu einem Ort geworden, von dem man weglief und nicht umgekehrt. Alles schien dort mit ihrem Vater angefangen und geendet zu haben. Er hatte ihrem Leben, ihrer Kindheit, den Anschein von Normalität verliehen, und mit seinem Verlust blieb nur noch dieses merkwürdige Verhältnis zu ihrer Mutter übrig. Ellis war einsam gewesen – und voller Schuldgefühle, weil sie insgeheim nicht gegen den übermächtigen Wunsch angekommen war, dass doch besser der andere Elternteil gestorben wäre, wenn sie schon einen so schweren Verlust hinnehmen musste.
Wie so oft, wenn man jemanden verliert, ist man mit nichts als Erinnerungen an die Momente beschäftigt, die man mit der Person verbracht hat, und so begleitete Rose James ihre Tochter auf der gesamten Fahrt von London nach Cornwall. Ihre Mutter war natürlich nicht immer unfreundlich zu ihr gewesen, aber ihr brüskes und wenig entgegenkommendes Verhalten wirkte schnell gefühllos auf andere, weil sie alle Dinge im Leben pragmatisch, sachlich und ohne ein Lächeln erledigte.
Selbst im Angesicht des Todes hatte Rose jedes noch so winzige Detail ihrer eigenen Beerdigung festgelegt. Ellis musste an nichts denken und lediglich pünktlich zur Stelle sein. Anlass zum Grübeln boten ihr nur die Fragen, die bei jedem unerwarteten Todesfall das Vermächtnis der Toten an die Hinterbliebenen waren. Und natürlich die unangenehme Wahrheit, dass Ellis ihre Reaktion auf den Tod der Mutter so kalt und gefühllos fand, wie Rose ihr Leben lang auf sie gewirkt hatte.

Ellis war überrascht, als sie auf die schmale Straße, die zur Kirche führte, einbog und die vielen Autos sah. Nach dem Tod ihres Mannes Alexander war Rose zur Eigenbrötlerin geworden, und sie hatte sich ausdrücklich eine Beerdigung im kleinsten Kreis gewünscht, sodass Ellis mit nur wenigen Anwesenden gerechnet hatte.
Ellis musste weit weg von der Kirche parken, was sich letzten Endes als Segen erwies. Denn als sie schließlich aus dem Auto stieg, stellte sie fest, dass sie immer noch zitterte. Sie hatte den Wagen ganz am Ende im Schatten des Kliffs abgestellt, direkt vor dem goldenen Sandstrand, an dem sie an sonnigen Tagen als Kind so oft mit ihrem Vater gewesen war. Gemeinsam hatten sie Felstümpel inspiziert, Steine flitschen lassen und barfuß in der Brandung getanzt.
Sie blieb einen Moment reglos stehen und versuchte, das Zittern in den Griff zu kriegen. Das Adrenalin, das sie aufgeputscht hatte, ließ nach, und plötzlich fühlte sie sich so schwach und machtlos wie ein Kind. Ihr Blick wanderte über den windgepeitschten Strand hinaus auf den aufgewühlten, an Land donnernden Ozean. Sie sog die unvergleichlich saubere Meeresluft ein, und auf einmal sah sie ein Bild ihres Vaters vor sich, so deutlich, dass sie beinahe nach ihm gerufen hätte.
Er hockte vor einem ausladenden Felstümpel, und sein Hintern berührte beinahe den Sand. Seine Knie wurden dreckig von dem mit Algen überwucherten Fels, und gemeinsam starrten sie in die Tiefen des Tümpels. Mit dem Finger einer Hand deutete er auf etwas im Wasser, und mit der anderen Hand hielt er sie fest, als sie sich vornüberbeugte und seine Anweisungen befolgte. Sie lachten.
Und dann verschwand das Bild wieder. Ellis schloss die Augen und ließ sich vom Wind eisige Küsse ins Gesicht pusten. Und sie erinnerte sich an ein Gedicht, das ihr an dieser Stelle immer einfiel …

O thou ever restless sea
God’s half uttered mystery
Where are all the ships that sailed so gallantly away
Tell us, will they never more
Furl their wings and come to shore
Eyes still watch and fond hearts wait; precious freight had they …

Der Wind verschluckte ihre Worte, und als sie die Augen wieder aufschlug, stellte sie fest, dass ihre Wangen nicht nur vom Salzwasser der Brandung feucht geworden waren.
»Dad, ich vermisse dich so«, sagte sie leise und berührte das Medaillon, das er ihr geschenkt hatte. »Wo auch immer du bist …« Dieser letzte Satz fasste das Schlimmste an seinem Tod in Worte.
Die Ungewissheit.
Sie war froh über jede Minute, die es dauerte, wieder nach oben ins Dorf zu laufen, und ebenso froh über die Kälte und den beißenden Wind, der zwar ihr schulterlanges dunkelblondes Haar in Zuckerwatte verwandelte, ihr aber gleichzeitig einen freien Kopf verschaffte und sie das Zittern vergessen ließ.
Als sie sich der Kirche näherte, begann es zu regnen, ein Eisregen, der noch nicht ganz zu Graupel geworden war, ihr aber die perfekte Ausrede bot, ihr Gesicht unter der mit Pelz gesäumten Kapuze ihres langen schwarzen Mantels zu verbergen.
Sie war mit gemischten Gefühlen hergekommen, und mit einem Anflug von Schuld, der etwas Farbe auf ihre blassen Wangen brachte, schoss ihr plötzlich durch den Kopf, dass sich ihre Ankunft in der Kirche so anfühlte, als ginge sie auf eine Party, die sie eher aus Pflichtgefühl denn aus wirklichem Interesse besuchte, und das Einzige, worüber man nachdachte, war, wie man unauffällig gleich wieder abhauen könnte.
Ellis schnappte hörbar nach Luft. Wie in aller Welt konnte sie das hier mit einer Party vergleichen? Löste die Trauer eine derartige Reaktion in ihr aus, oder lag es an der Erziehung, die sie durch die Frau erfahren hatte, die jetzt zerbrechlich und leblos in der Kirche auf sie wartete?
Ihre Mutter war gestorben, aber Ellis wusste immer noch nicht genau, was dieser Verlust für sie bedeutete. Sie spürte, dass sie noch nicht einmal begonnen hatte zu trauern. Sie wusste das aus dem einfachen Grund, weil die Trauer über den Tod ihres Vaters sofort wie eine Welle aus schrecklichen Gefühlen über ihr zusammengebrochen war.
Ganz anders als diese Taubheit, die sie jetzt erfasst hatte. Sie war sich nicht sicher, ob es vielleicht einfach ein verzögerter Schock war, denn Roses Tod war so völlig unerwartet gekommen. Man hatte immer gedacht, sie erfreue sich allerbester Gesundheit, zumindest körperlich. Alle, die sie gekannt hatten, waren davon ausgegangen, Rose würde noch im hohen Alter dem Tod ein Schnippchen schlagen und sie mit der ihr eigenen Zähigkeit überleben.
Obwohl sie mit niemandem reden wollte, freute sie sich doch, als sie Reverend Jonathan Peters sah, der unter einem grün-weiß gestreiften Regenschirm vor der Kirche auf sie wartete. Er war ein langjähriger, liebenswerter Freund ihres Vaters gewesen, der oft im Great House vorbeigekommen war und ihren Vater überredet hatte, die Arbeit liegen zu lassen und mit ihm segeln zu gehen.
Segeln war die große Leidenschaft ihres Vaters gewesen, und seine Art zu entfliehen. Unerreichbar zu sein. Auf dem Wasser wirkte er immer am glücklichsten, und der einzige tröstliche Gedanke war der, dass er auf hoher See verschwunden war.
Der Reverend begrüßte sie mit einem mitfühlenden, ehrlichen Lächeln. »Meine liebe Ellis, da bist du ja, da bist du ja. Wir fingen gerade an, uns Sorgen zu machen. Wie geht es dir? Wahrscheinlich eine dumme Frage, aber es ist so lange her, dass wir uns gesehen haben. Wie war deine Fahrt? Was macht London? Wo ist dein Ehemann? Ist Edward denn nicht mitgekommen?«
Er gehörte zu den Menschen, die tausend Fragen auf einmal stellen, aber keine Pause einlegen, um eine Antwort abzuwarten. Nicht gerade der beste Charakterzug für einen Priester, aber alle Mitglieder seiner Gemeinde schätzten ihn sehr, und Ellis war ihm einfach nur dankbar, dass er sie, während er weiterhin auf sie einredete, am Arm nahm und in die hohe Vorhalle des alten Steingemäuers führte, und sie nichts davon beantworten musste. Er schloss seinen Regenschirm, schüttelte ihn aus und schien gar nicht zu bemerken, dass er Ellis mit den herumfliegenden Tropfen eine Dusche verpasste.
Ellis sog den ihr so vertrauten Geruch nach Feuchtigkeit, alten Büchern und Weihrauch ein, und die Sehnsucht nach der Vergangenheit loderte wie ein Feuer in ihr auf.
Sie war zum ersten Mal hier seit …
Und genau wie am Strand vorhin wurde sie wieder von dieser Welle aus Verzweiflung über den Verlust ihres Vaters überrollt. So fühlte sich echte Trauer an. So sollte sich echte Trauer anfühlen.

Quelle: Piper Verlag