Samstag, 29. August 2015

10 Fragen an Leocardia Sommer





Über Leocardia Sommer:
Als ich im Herbst 1964 in Mannheim geboren wurde, geschah das im Zeichen des Drachen, was mir heute ganz gerne mal unter die Nase gerieben wird, sollte ich mal Feuer spucken - ähhh - das Temperament mit mir durchgehen.
Mein Mann, mit dem ich nun schon seit fast achtundzwanzig Jahren verheiratet bin, hat sich sicherheitshalber schon mal feuerfeste Kleidung besorgt, sie bisher aber selten gebraucht. Allerdings ist er mittlerweile ein richtig erfahrener Drachenbändiger, sonst gäbe es uns wohl nicht mehr als Duo.
Genau wie in der Partnerschaft halte ich es auch im Beruf, denn mit Hingabe, Durchhaltevermögen und einer großen Prise Humor, kann Frau fast alles meistern. So befeuere ich seit meiner Ausbildung zur Kauffrau im Groß-und Außenhandel, schon seit fünfunddreißig Jahren, Kollegen und Kunden mit Ideen und Lösungen.
Vielleicht mag man nun denken - Oh Gott, wie langweilig - aber ich finde, Beständigkeit an richtiger Stelle, entspannt wohltuend und schafft Freiraum für kreative Dinge, wie zum Beispiel das Schreiben.
Bücher begeistern mich bereits seit frühester Kindheit und fast genauso lange schreibe ich schon, allerdings sind meine Geschichten mit zunehmendem Alter doch etwas feuriger geworden :-).
Meine Protagonisten sind keine Supermänner oder Topmodels, sondern Menschen, bei denen das Leben Spuren hinterlassen hat. Sie haben Fehler und Makel, sind übergewichtig oder gerne auch mal brummig - deshalb jedoch nicht weniger liebenswert.



1. Wenn du heute einen Wunsch frei hättest, egal was, welcher wäre es?
​Gesundheit für meine Familie, Freunde und für mich.

2. Welches Genre liest du selbst am liebsten, gibt es evtl. Ein Lieblingsbuch?
​Erotik-Thriller, ich liebe die McLoud-Brother-Serie von Shannon McKenna

3. Kannst du dich an dein liebstes Kinderbuch erinnern?
​Die kleine Hexe, das Buch besitze ich noch immer… 

4. Was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen, 3 Dinge...
​Meinen Schatz, mein Bett und Laptop (mit Wlan – lach)

5. Wenn du etwas an der gesamten Bücherwelt ändern könntest, was wäre es?
​Ich würde mir wünschen, dass die Piraterie aufhört. 
Dass alle Leser für ehrliches Herzblut und ​ehrliche Arbeit ehrliches Geld bezahlen.

6. Dein erster Kuss (wann und wo, erinnerst du dich an den Jungen und seinen Namen)?
​Das war auf der Kirmes, ich war sechszehn und fand es schrecklich. 
Deswegen bleibt der Name des Jungen wohl besser ungesagt, aber natürlich weiß ich ihn noch, hihi

7. Gibt es einen Lieblingsfilm?
​Immer noch ungeschlagen AVATAR, obwohl meine Leidenschaft für Hasbro und Marvel arg ​an dieser Position kratzt…

8. Gibt eine Freundschaft die dadurch entstanden ist das du Autor bist, worüber du jetzt glücklich bist, die du ohne diesen Beruf evtl. nie getroffen bzw. kennen gelernt hättest?
​Eine? Bitte in Mehrzahl!!! Unbedingt! Ich habe einige, wirklich tolle, tolle Menschen ​kennengelernt, denen ich ohne meine Schreiberei niemals begegnet wären, sei es hier auf​ FB, oder auch durch persönliche Treffen. Und ich habe meine Seelenfamilie gefunden – an dieser Stelle (Küsse für Kathi und Tani – ohne euch bin ich nur halb).


9. um abzuschalten, mache oder brauche ich...?
​Entweder fernsehen (mit Fußmassage von meinem Schatz) oder lesen (mit Fußmassage von ​meinem Schatz), lach.

10. Peinlichstes oder lustigstes Erlebnis bei einer Lesung...
​Das ist jetzt richtig peinlich – ich hatte erst eine Lesung. 
Die war ein voller Erfolg, weil wir gemeinsam nur gelacht haben. 
Ich Dussel hatte mir ausgerechnet eine erotische Szene ausgesucht ​​und wie ihr euch vorstellen könnt – ist es deutlich weniger peinlich, darüber zu schreiben, als ​es dann vorzulesen – lach.




Assoziiere:


Handy-Geißel der Menschheit

Sex- wunderschön

Zukunft- rosig

Lachen- weinen

Traurig-Tod

Sport-Mord

Stress-Zeitmangel

Kochen-Yammi



Entweder oder:

 Kaffe oder Tee? Kaffee

Chips oder Schokolade? Chips

Buch oder Reader ? Ups, entweder/oder klappt hier nicht… 

Romantik oder Thriller? Unbedingt Thriller, aber bitte mit Romantik

Auto oder Öffentliche? Auto


Herzlichen Dank liebe Leo, ich freue mich, dich weiter kennen zu lernen und auf ein baldiges Interview ... und viel Lachen <3 Sanni

Donnerstag, 27. August 2015

Schmidtchen Schleicher mit den elastischen Reifen




Hallo Ihr Lieben,

Carsharing und auch E-Autos sind groß im Kommen. Daher haben meine männliche Testperson und ich es uns nicht nehmen lassen, mal für einen halben Tag dem BMW i3 auf die Felgen zu fühlen. Das Auto haben wir freundlicherweise von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH gestellt bekommen.

Mittwoch, 26. August 2015

Düster und kreativ

Das schwarze 1x1
Saltatio Mortis

"Das schwarze 1x1" ist eigentlich nur in meine CD-Sammlung gehüpft, weil ich wissen wollte, wie Saltatio Mortis vor ihrem neusten Album waren und weil mein Lieblingssong "Satans Fall" auf dem Sampler zu finden ist. Reicht doch eigentlich oder?



Als Opener haben sich die Spielmänner "Früher war alles besser" ausgesucht. Durch eine eingängige Melodie und einen sehr leicht zu merkenden Text mausert sich schon das erste Lied zum Ohrwurm. In diesem Stück wird Kritik an dem Ewig-Gestrigen-Denken laut und SaMo zeigen, dass sowas nicht sinnvoll ist. Top!

Bei "Wachstum über alles" ist mir kurz das Lachen im Hals stecken geblieben. Die Band adaptiert die Nationalhymne und kehrt damit den wahren Geist der Wirtschaft heraus. Wachstum, egal um welchen Preis. Und sie treffen punktgenau das kranke an diesem Denken. Toll!

Zu "Krieg kennt keine Sieger" muss ich gar nicht viel sagen, denn der Titel an sich spricht für sich. Es gibt wenige Momente, in denen ich bei Texten zu Tränen gerührt bin. Hier ist es der Fall. Einfach reinhören!

Ich habe die CD abends vor dem Schlafengehen gehört und dachte mir bei "Sandmann", dass ich nun selig in den Schlaf gewiegt werde. Stattdessen stand ich fast in meinem Bett, denn der Text und auch der Mix aus harten Riffen und einem unschuldigen Kinderchor haben so gar nichts mit der romantischen Vorstellung des Schlafbringers gemein. Der Song erinnert eher an Metallicas "Enter the Sandman".

"Satans Fall" ist mein absoluter Favorit. Düster und sehr ehrlich erzählen die Spielmänner das Schicksal von Luzifer, einst Gottes Lieblingsengel, nun verbannt in die Tiefen der Unterwelt. Dabei sind SaMo sehr poetisch und so kommt es, dass nicht nur ich den Text mittlerweile kann, sondern auch meine Nachbarn mitsingen können.

Saltatio Mortis sind beim Schwarzen 1x1 noch mittelalterlich, bewegen sich aber thematisch schon sehr in der Gegenwart. Ich vermute, dass dieses Album den Wendepunkt für die Band darstellt. Die älteren Alben kenne ich zwar nicht, dafür aber ältere Titel, die doch mehr dem Mittelalter anheim gefallen sind als diese Zusammenstellung hier.

Fazit: grandiose Stimmen, geniale Texte. Wer hier genau hinhört, erkennt sehr viel Tiefe. Klare Hörempfehlung.

Dienstag, 25. August 2015

Sie sind zurück/ They are back!

Immortalized
Disturbed

Disturbed ist eine Band, zu der ich recht spät gefunden habe. Dafür liefen bei mir "Indestructible" und "Ten thousand fists" rauf und runter. Nach "Asylum" kam lange Zeit nichts mehr. 4 Jahre mussten die Fans warten, doch nun ist die Band wieder da. Und das besser als je zuvor!

I found Disturbed very late. But therefore their albums "Indestructible" and "Ten thousand fists" ran every day, every time. There was a break after "Asylum". 4 years of waiting are over now, Disturbed are back. And better than ever!

Als der Sampler bei mir ankam, schob ich ihn direkt ins CD-Deck meines Autos und machte mich auf die Fahrt. Was soll ich sagen? Schon der Opener ist typisch Disturbed. Zunächst leise, fast bedächtig empfängt die Band ihre Fans, um dann bei "Immortalized" mit voller Kraft loszuschlagen. Dabei haben Disturbed nichts von ihrer alten Kraft, Kreativität und Überzeugung verloren.

As the album arrived, I put it as fast as I could in my player in the car. And what should I say? Already the opener is typical Disturbed. At first silent, thinkful, the band pushed their fans with "Immortalized" to the limit. They didn't lose any power, creativity or conviction.

Die Stimme von Frontmann David Draiman empfing mich und ich fühlte mich, als ob ich nach Hause komme. So eingängig und bekannt war sie mir auch nach so langer Wartezeit. Unnötig zu sagen, dass dieser Mann mir auch das Telefonbuch von Hongkong vorsingen könnte. Ich wäre dennoch begeistert.

I love the voice of frontman David Draiman and I felt like coming home. Even after this long time of waiting, I know him so well. Okay, he could sing the phone book of Hong Kong for me, I rather would love his voice.

Das gesamte Album wirkt auf mich kraftvoll, jedoch fast schon bedächtig, wenn ich mich an die Wut erinnere, die "Ten thousand fists" ausgestrahlt hat. Die Band scheint mir nun in sich ruhend, zufrieden, aber keineswegs satt. Die Riffs, die Soli der einzelnen Mitglieder und die Texte überzeugen wie eh und je.

The whole album is full of power, but also full of thoughts. I remember the anger of "Ten thousand fists", but "Immortalized" seem to be a new version of Disturbed. They look like satisfied, but they are hungry as in old times. The whole music, the Solos of the members and the lyrics convinced me one more time.

Eine besondere Überraschung war für mich das Cover von Simon und Garfunkels "Sound of Silence". Schon auf den vorangegangenen Alben haben die Jungs immer wieder mal einen bekannten Song gecovert. Doch mit diesem Machwerk haben sie sich, in meinen Augen, einen musikalischen Meilenstein gesetzt. Denn eine Metalband, die so gefühlvoll und emotional einen Song interpretieren kann, ist kaum zu finden. Sie zeigen hier, zu was sie wirklich in der Lage sind.

The big surprise for me was the cover of "Sound of Silence", which is original from Simon and Garfunkel. Even I knew the other covers on the other albums, this one is a musically milestone. A metal band, who knew, how to sing with feelings and care, that is amazing and hard to find. With this song, Disturbed shows, how they could be. 


Disturbed - The Sound of Silence (Sub. Español)

Das gesamte Album hat mich restlos begeistert. Ob nun die Kraft von "The Vengful One" oder die Verzweiflung von "Save our last Goodbye", diese Band kann es einfach. Ich bin hin und weg und verneige mich vor den Künstlern.

The whole album ist great, amazing, wonderful. The power of "The Vengful One" or the desparation of "Save our last Goodbye", Disturbed did it their way. I am satisfied and say THANK YOU to the artists!

Montag, 24. August 2015

Tobey in der Hundeschule (nach D.O.G.S. von Martin Rütter)


Hallo Ihr Lieben,

letzte Woche war es soweit. Ich musste in die Schule. Angeblich bin ich zu frech. Pffft, kann ich gar nicht glauben, wo mich doch alle lieben. Aber nun gut, ich bin ja auch Rudelführer. 
Und genau das ist das Thema, Tobey. Denn der Krümel ist nämlich langsam der Meinung, er könne uns maßregeln. So geht das nicht, also müssen wir lernen.

Die Schule liegt mitten in der Natur in der Nähe von Bad Säckingen, nebenan wohnen sogar Pferde, die ich hochinteressant finde. Die Klasse ist echt klein mit gerade mal 4 weiteren Klassenkameraden. Total toll fand ich das, so konnte jeder sich an den gestellten Aufgaben versuchen.

Die Lehrerin hat auch immer wieder erklärt, was sie von meiner Mama wollte. Mama war auch total interessiert, während ich eher den Rüden nebendran spannend fand. Der wollte sich doch tatsächlich mit mir anlegen! 
Ja, die Gruppenleiterin meinte direkt, dass Tobey ein kleiner Gockel sei. Das spürte ich in dem Moment, in dem der andere junge Rüde eine Runde um uns drehte. Ich weiß nicht, wer sich mehr aufgespielt hat.



Eine tolle Übung war das Bleiben. Das kann ich nämlich schon ganz super. Nun ja, er bleibt so lang sitzen, bis es ihm zu doof wird, dann läuft er los. Reicht doch auch *grummel*

Beim Abrufen fand ich allerdings die Pferdeäpfel spannender als die Mama. Mama kenne ich ja auch, die Äpfel noch nicht. Dafür habe ich in der zweiten Runde die Leckerlis ignoriert, die auf dem Weg lagen. Weil du sie gar nicht gewittert hast. Denn laut Trainerin macht Tobey viel zu wenig über die Nase. Eine Sache, an der wir arbeiten müssen.

Weil die gesamte Gruppe dann doch unruhig wurde, gab es ein Spiel für den Kopf. Eine Flasche wurde mit einem Holzstab durchbohrt, darin dann ein Leckerli versteckt und ich musste es rausholen. Na gut, zunächst habe ich mich gewundert, warum das Leckerli nicht einfach auf den Boden fällt, aber schnell hatte ich den Bogen raus.

Danach gab es noch Einzeltipps für die Mamas  und Papas. Zu Mama wurde gesagt, ich sei wohl frech und dürfe gewisse Dinge nicht mehr machen. Auch irgendwas von "Mittelkralle zeigen" habe ich gehört. Kann ich gar nicht! Aber rein vom Verhalten her hatte die Trainerin recht. Sie ist auf Tobey und sein Verhalten eingangen, hat mir erklärt, was er damit bezwecken will und mir auch direkt Tipps gegeben, wie ich es anders machen kann. Toll!

Nach dem ganzen Trainieren und Aufmerksam sein gab es noch eine Runde Knuddeln mit Mama und dann war die eine Stunde auch schon rum. Die Zeit verging wie im Fluge, ich wurde viel gelobt, ab und an ignoriert und habe gemerkt, dass Mama sich echt wohl gefühlt hat.

Das stimmt auch. Mir hat die Schnupperstunde sehr gut gefallen. Die Gruppe war angenehm klein, die Hunde unterschiedlich groß, aber annähernd gleich alt und die Trainerin ist auf jeden individuell eingangen. Hinzu kommt, dass sie mit keiner Silbe von Bestrafung sprach, sondern einfach zeigte, wie man mit Belohnung und Bestätigung das gewünschte Verhalten herausarbeitet. Genial!

Wir werden wohl nun jede Woche in die Schule gehen. Vielleicht bekomme ich auch eine Schultüte... mit Sicherheit nicht! oder ein Diplom beim Abschluss? Auf jeden Fall dürft ihr weiterhin gespannt sein. 

Ich werde weiter berichten!
Wuffige Grüße
Euer Tobey



Sonntag, 23. August 2015

Kritik am Zeitgeist und nachdenklich bis ins Mark



            Zirkus Zeitgeist (Deluxe - Edition)
Saltatio Mortis

Saltatio wer? So stand ich da, als ich in einem sozialen Netzwerk den Song "Nachts weinen die Soldaten" entdeckte. Die Band kannte ich vorher so gar nicht, aber nach dem Song und weiteren war mir klar: die muss ich hören. Und ZACK! war das Album gekauft. Hat es sich gelohnt?



Bei den ersten Songs verzog ich das Gesicht. Nicht, dass die musikalische Leistung schlecht wäre, aber die Kritik, die die Spielmänner äußern, kommt doch recht polemisch daher. Während ich bei "Wo sind die Clowns?" noch zustimmen konnte und es als Opener genial finde, waren "Willkommen in der Weihnachtszeit" und "Des Bänkers neue Kleider" eher naja. Ja, auch ich bin genervt, wenn ich quasi  im Bikini schon Spekulatius kaufen kann, aber dem Ganzen einen Song widmen? Vor allem mit Kritik, die jedes Jahr aufs neue durch alle Kanäle schwirrt. Das war mir dann doch zu platt. Bei "Des Bänkers neue Kleider" bin ich durch meine beruflichen Erfahrungen vorgeschädigt und bin der Meinung, dass es sich hier die Band zu einfach mit der Kritik am System macht. Der Song sprüht vor einschlägigen Zeilen, die man so nur von dem Blatt mit den 4 großen Buchstaben kennt. Sollte ich doch einen Fehlgriff getätigt haben?

Spätestens ab "Augen zu" bekommt das Album jedoch eine Tiefe und Nachdenklichkeit, die ich so nie erwartet hätte. Die Jungs nehmen sich Zeit und Muße und werfen einen Blick hinter die Fassaden der gutbürgerlichen Gesellschaft. Zudem geben sie auch viel an Gefühl, Trauer und Weitsicht preis. Wow!

Und für alle Kritiker, die der Meinung sind, dass Saltatio Mortis sich und ihre Ideale verraten, haben die Spielmänner noch ein Leckerli: "Geradeaus". In diesem Lied knöpfen sie sich sarkastisch und mit einer hohen Treffsicherheit jeden Kritikpunkt vor, den man ihnen an den Kopf wirft. Da musste ich beim Hören schon grinsen. Denn ich glaube, jede Band, die so lang im Geschäft ist, muss sich diese Art der Kritik früher oder später gefallen lassen.

Die Deluxe - Version hält noch eine 2. CD bereit, auf der sich Bands des Mittelalterrocks den Songs von Saltatio Mortis annehmen. Und das tun sie mit Hingabe. Ob nun Subway to Sally, Schandmaul oder Feuerschwanz. Viele Gruppen waren mir eher unbekannt bzw. nur vom Namen her ein Begriff. Doch nun bin ich auf den Geschmack gekommen. Die verschiedenen Interpretationen haben ihren ganz eigenen Charme und machen neugierig darauf, was die einzelnen Bands noch so können. Grandios!

Die Stimme des Frontmannes und der harte Rock im Hintergrund ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Gerade bei den leisen Tönen merkt man sehr, wie stark diese Band sein kann. Denn brüllen kann jeder, nachdenklich sein und den Hörer mitten ins Herz treffen, DAS ist die Kunst.


Fazit: ein für mich starkes Album, das Bock auf viel mehr macht. Ich kann es nur empfehlen!

Mittwoch, 19. August 2015

Interview Sandra Henke/Laura Wulff + Gewinnspiel



copyright SandraHenke/LauraWulff

Ich freue mich riesig schon wieder so eine große Autorin wie dich befragen zu dürfen, es ist mir eine Ehre, dir all diese Fragen stellen zu können, die mich und wahrscheinlich auch viele andere Menschen interessieren dürften. 
Im Vorfeld habe ich sehr viele Interviews mit dir gelesen um heraus zu finden, was noch nicht all zu oft geschrieben wurde… na dann man Tau, das ich etwas gefunden habe.

Zu erst möchte ich euch aber voller Stolz, als erste das Cover ihren neuen Buches "Monster Mein" präsentieren. 

„Wenn die Welt kollabiert, was kann die Menschheit dann noch retten? Die Liebe.“

Achtung!
Der Titel ist beim U-Line-Verlag jetzt online. 
Bis zum 14. September gibt es den Titel auch für 9,95 Euro statt danach regulär für 12,95 Euro. Vorbestellen lohnt sich.
http://www.u-line-verlag.de/shop/monster-mein-sandra-henke/ 



Nun aber zum Interview, das mir sehr viel Freude gemacht hat:

Du  musst für deine Bücher  viel recherchieren, gab es eine sehr spannende Recherche in all der Zeit, die dir im Kopf blieb oder dich auf irgend  eine Weise beeindruckt hat? (Polizeirevier, oder? Erste Frage schon mal nichts neues…grummel)



Definitiv mein mehrstündiger Besuch im Polizeipräsidium Köln! Ich wurde mit offenen Armen empfanden, freundlich betreut und durfte mehrere Kommissare ausquetschen. Man ließ mich hinter die Kulissen blicken, alle Fragen stellen, die mir auf der Zunge brannten und verdrehte kein einziges Mal die Augen. Man zeigte mir sogar, wo mein Rollstuhlkommissar Daniel Zucker parken würde, welche Wege er nehmen müsste und gab mir Tipps, was die Wiedereingliederung betrifft. Toll!



Welche Recherchearbeit ist spannender, Erotik oder Krimi?



Krimi. Der Bereich ist wahnsinnig breit gefächert.



Gab es schon Träume durch intensive Schreibprozesse, die dir beim schreiben weiter geholfen haben?



Träume haben mich zu manch einer Szene oder sogar einem ganzen Roman inspiriert. Die Anfangsszene meines nächsten Romans „Monster, mein“ habe ich geträumt. Nicht detailliert und haargenau so, wie ich sie in der Geschichte beschrieben habe, aber schon sehr ähnlich. Die Frau, die auf das muskulöse „Mann-Monster“ in der Einsamkeit der Ruinen stößt. Das Wasserbecken der ätherischen Sand’hor. Die Zuflucht der letzten Menschen.



Wie notierst du dir Ideen?



Früher habe ich mir regelmäßig vom Smartphone aus eMails geschickt, so dass ich die Infos hatte, sobald ich wieder an den PC kam. Heutzutage habe ich ein Faible dafür entwickelt, mich mit einem Notizbuch auf unseren Balkon zu setzen und ganze Szenen mit der Hand zu notieren.



Wie kam es dazu, das du Workshops für interessierte Schreiberlinge an der Bastei Lübbe Academy gegeben hast?



Ich wurde von der Academy gefragt. 



Ich persönlich finde das ja einfach wundervoll  von erfahrenen Autoren zu lernen, davon gibt es leider zu wenig in Deutschland, der andere Aspekt ist natürlich die Zeitintensivität, die dahinter steckt.

Hast du dabei evtl. selbst etwas gelernt?



Es war interessant zu sehen, wer alles den Kurs besucht. Seminarteilnehmer, die eher wie Vernunftmenschen wirkte, waren sehr offen gegenüber Erotik, auch der dunklen Seite. Journalisten, junge modern auftretende Männer, wirkten dagegen eher gehemmt. Mir haben die Kurse noch einmal gezeigt, wie facettenreich das Genre Erotik ist. Fast jeder Jungautor ging das Thema anders an. Das war grandios!



Hättest du dir so etwas für dich zu Beginn deines Schreibens auch gewünscht?



Absolut! Es gibt nichts Besseres als von einem Autor direkt zu lernen und vor allen Dingen ihn mit Fragen zu löchern. Keine Umwege, sondern direkt und unmittelbar. Besonders hilfreich, fanden die Teilnehmer und auch ich, war die Einzelarbeit. Purer Luxus.



Was dauert länger in der Umsetzung und Recherche, Erotik-Roman oder Krimi?



Meine Krimis spielen in Deutschland und müssen daher 100%ig korrekt sein. Ich musste jedes Detail recherchieren, was wahnsinnig viel Spaß macht, aber auch eine Herausforderung und zeitaufwendig ist. Bei Erotikromanen muss zwar auch alles nachvollziehbar sein, aber da steht die Erotik und das Zwischenmenschliche im Vordergrund steht, was weniger Arbeit macht.



Hast du unvollständige Bücher /Ideen in der Schublade?



Wenn ich mich nicht täusche, habe ich ein angefangenes Manuskripte in der virtuellen Schublade. Die Geschichte wird auch niemals weitergeschrieben werden. Falls ich das Thema, was mich immer noch reizt, erneut angehen würde, würde ich neu anfangen. Ideen horte ich dagegen, vielleicht greife ich ja irgendwann einmal darauf zurück.



Du hast unter dem Pseudonym Nelli Henke mit Kinderbüchern begonnen, ich konnte im Netz  3 Titel ausfindig machen, wie viele waren es wirklich?



Ich habe zuerst unter „Sandra Henke“ Kinderbücher und Kindergeschichten für Zeitschriften verfasst. Erst als ich mit meinen Erotikromanen die ersten Erfolge feierte, dachte ich mir für die Kids ein neues Pseudonym aus.



Gibt es für Fans die Möglichkeit noch alle zu bekommen?(weißt du das, kann Frage sonst auch weg lassen!)



Darüber habe ich keine Übersicht, aber einige werden wohl vergriffen sein.



Was hat deine Familie speziell Eltern zu deinem ersten Erotik Roman gesagt?



Ein Familienmitglied fragte ich, ob ich denn unbedingt Erotikromane schreiben müsste. Kurze Zeit später gab es einen zotigen Witz zum Besten. Diese Doppelmoral ist bezeichnend für die ältere Generation. Ich erwarte keine Begeisterung, aber Verständnis und Respekt und den bekam ich immer, weil ich selbstbewusst mit dem Thema Erotik umgehe.



Sind die Menschen in deinen Augen  abgeklärter geworden?

Ich hab von der Messe gelesen auf der du mehrfach das Wort Sex verwendet hast um die Leute am letzten Messetag etwas „wach zu rütteln“, es aber kein großes Aufsehen gegeben hat, wie eigentlich erwartet.



Der Verlag und ich, wir hatten uns einen Scherz daraus gemacht, weil es Sonntagnachmittag war und auf das Ende der Messe zuging. Doch die Müdigkeit der Messebesucher konnten wir auch nicht mit dem Ausrufen von „SEX!“ durchbrechen. ;) Erotik ist heutzutage allgegenwärtig. Man schaue sich nur die Werbung an. Wenn es aber um die eigene Sexualität geht, sieht es ganz anders aus. Abgeklärter würde ich es daher nicht nennen, nur gewohnt, ständig mit Erotik bombardiert zu werden. Das nutzt sich ab.



Hast du den Eindruck, das das Publikum der erotischen Romane jünger wird?

Nach 50 Shades of Grey ist erotische Literatur ja Salon fähig geworden, dabei gibt es diese Art von Romanen schon so viel länger, jedoch wird sie nun erst entdeckt.



Eine ehemalige Verlegerin sagte mir vor zehn Jahren, dass die Zielgruppe für Erotikromane bei Frauen ab fünfzig aufwärts liegen würde. Sie musste es wissen, hatte sie doch den direkten Kontakt zu vielen LeserInnen. Ich jedoch zweifelte dennoch daran, da ich selbst viel jünger war und mir nicht vorstellen konnte, dass es zwar junge Autorinnen, aber nur ältere Leser geben sollte. Seitdem hat das Genre ein immer breiteres Publikum erreicht. Es ist moderner geworden. Schon meine Co-Autorin und ich sorgten 2005 für Aufsehen mit der Vampirloge Condannato, weil wir nicht nur Dominanz und Unterwerfung in spannende Handlungen einbetteten, sondern auch noch mit unseren echten Namen dahinterstanden. Begierde des Blutes, Zähmung des Blutes und Rebellion des Blutes sind inzwischen als eBooks im Venusbook Verlag neu aufgelegt worden.


GEWINNSPIEL
Zum verlosen hat Sandra mir ein Exemplar von "Töte und Lebe" für euch geschickt, das ihr ganz einfach gewinnen könnt!
1. Facebookseite von SANNISTYLE BERLIN liken und Komentar hinterlassen, wie Sandras Buch heißt, das am 17.09.2015 erscheint.
2.Facebookseite von Sandra Henke/ Laura Wulff liken...
und zack seid ihr im Lostopf. Viel Glück


Dienstag, 18. August 2015

Autoverkauf leicht gemacht

(Quelle: www.wirkaufendeinauto.de)


Hallo Ihr Lieben,

schon länger hatte ich mich mit dem Gedanken getragen, meinen Peugeot 207 zu verkaufen. Denn seit ich ihn hatte, stand ich mit ihm regelmäßig in der Werkstatt und jedes Mal war ich beim Anblick der Rechnung einem Herzinfarkt nahe. Ja, ich bin gerade in den ersten Jahren viel gefahren, deshalb hatte ich ihn ja. Aber mussten es dennoch regelmäßig Rechnungen zwischen 500 bis 1000 EUR sein? Spitzenreiter war eine Rechnung über 1900 EUR und nein, ich habe ihn damals nicht vergolden lassen und einen Unfall hatte ich auch nicht. 

Jetzt war es soweit und ich machte Nägel mit Köpfen. Zunächst wollte ich mein Auto einfach nur abmelden, damit ich Steuern und Versicherung spare. Danach wollte ich mich dann in Ruhe auf die Suche nach einem Käufer machen. Also Laptop anwerfen  und online einen Termin bei der zuständigen KFZ-Stelle holen. Und da sprang mir auch schon die Werbung für Wir kaufen dein Auto ins Auge. Nach kurzem Nachlesen griff ich zu.

Ablauf
Zunächst gibt man oberflächliche Daten wie Marke und Modell ein. Eine Seite später wird man dann nach Baujahr, Kilometerstand und ähnlichem gefragt. Bis hierhin musste ich nicht einmal meinen Fahrzeugschein zücken, was für mich angenehm war. Ein paar Minuten später hatte ich schon ein Preisangebot für meinen Peugeot. Natürlich geht der Anbieter von einem einwandfreien Zustand aus und nach Sonderausstattung wurde zu diesem Zeitpunkt auch nicht gefragt.

Für wen der Preis in Ordnung geht, kann direkt auf der Seite einen Termin für einen Händler in der Nähe vereinbaren, der mit Wir kaufen dein Auto zusammenarbeitet. Der Termin inklusive Uhrzeit wird per Mail bestätigt und ist fix. Das fand ich toll.

Allerdings bekam ich circa 30 Minuten später einen Anruf, ob ich auch eine Stunde später kommen könnte, da es eine Überschneidung gäbe. Für mich kein Problem und kurz nachdem ich aufgelegt hatte, hatte ich die Bestätigung des neuen Termins im Mailfach. Wow!

Beim Termin selbst wurde ich freundlich empfangen und es ging pünktlich los. Zunächst gab es eine kleine Probefahrt um den Block, danach wurde mein Auto in die Halle gefahren. Dort wurden dann Fotos gemacht, nach der Sonderausstattung gefragt und dann hieß es 15 Minuten warten. In der Zeit wurde mein Wagen vom Anbieter online gestellt und rund 600 Händler europaweit hatten die Möglichkeit auf mein Auto zu bieten. Nach einer Viertelstunde hatte ich das fixe Angebot auf dem Tisch. Da mir der Preis zusagte, habe ich zugeschlagen.

Nun wurden noch Vertrag und Übergabeprotokoll angefertigt, ich musste Ausweis und Bankkarte vorlegen und mit 3 Unterschriften war das Auto nicht mehr mein. Das ganze Procedere hat eine gute Stunde gedauert und ich habe mich die gesamte Zeit gut beraten gefühlt.

Vorteile
- direkter Verkauf inklusive Abmeldung durch den Anbieter
- keine langwierige Suche nach einem Käufer
- sehr freundliches und gut geschultes Personal
- super Kontakt bei der Terminvereinbarung 
- leichte und gut verständliche Führung durch die einzelnen Seiten bei der Preisermittlung

Nachteile
- keine Bestimmung, an wen das Auto geht
- eventuell niedrigerer Preis als auf dem freien Markt
- Standort von Wir kaufen dein Auto je nach Lage weiter entfernt vom Wohnort

Fazit
Für mich war diese Verkaufslösung das Beste, was mir passieren konnte. Keine nervigen Anrufe zu unmöglichen Zeiten, keine ewige Suche nach einem Käufer, sondern alles aus einer Hand. Wer also seine Nerven schonen und sein Auto einfach nur verkaufen möchte, sollte sich diesen Service nicht entgehen lassen.


Montag, 17. August 2015

Rodelspaß mit steif gefrorenen Fingern

Komm Schlitten!

Einen Schlitten im August zu testen, ist eine Herausforderung. Denn woher bekommt man Schnee, wenn man nicht gerade in der Szene unterwegs ist, wo auch Walter White sein Unwesen treibt? Ich habe es versucht!

Der Schlitten kam dick verpackt in Luftpolsterfolie. Das machte schon mal Spaß, denn Luftpolsterfolie zum Platzen zu bringen beruhigt ungemein. Doch das ist ja nicht ausschlaggebend!

Der Hörnerrodel erinnert mich an das Modell aus meiner Kindheit. Vorn gebogen, damit man sich bei der Abfahrt sehr gut festhalten kann und eine längere Sitzfläche, so dass man locker zu zweit (also ein Erwachsener und ein Kind) den Berg hinuntersausen kann.

Zudem ist die Verarbeitung sehr robust. Das kann man auch ohne Schnee testen. Die Verschraubungen schauen nicht heraus und wirken stabil. So kann man auch als Erwachsene das innere Kind rauslassen und toben. Der Schlitten hält auch Umsturzaktionen und sogar Fälle aus ca. einem Meter Höhe ohne weiteres stand. Sehr gut!

Bedenken habe ich bei der Zugleine. Die kräftig rote Leine ist nämlich aus einem Nylon-Polyester-Gemisch, wie ich es von der Hundeleine meines Berner Sennen kenne. Das Gute: sie ist robust. Das Schlechte: Feuchtigkeit und Kälte werden von diesem Gemisch sehr schnell aufgenommen, aber schlecht wieder abgegeben. So wird im Winter die Leine gefrieren und eiskalte Finger bescheren. Das ist echt schade und hier hätte ich ein anderes Material besser gefunden. Zudem kann man die Handschlaufe nicht in der Weite verstellen, was es kleinen Kinderhänden unter Umständen schwierig macht, den Schlitten sicher zu ziehen. Schade!

Fazit: ein toller Schlitten mit einem Punktabzug für die Zugleine. Dennoch eine Empfehlung für fröhliche Wintertage.

Der Schlittenhund versagt den Dienst

Donnerstag, 13. August 2015

Tattoo Convention 2015 - Tattoo Queen


Hallo Ihr Lieben/ Hi Folks,

auf die Convention hatte es uns ja aufgrund meiner Teilnahme zur Wahl der Tattoo Queen verschlagen. Nun wollen wir Euch auch nicht länger auf die Folter spannen und zeigen mal, was da so abging.

the main reason for our visit on the convention was my participation on the contest of the Tattoo Queen. And now we wanna show you, what it is like to be a little queen....

Mittwoch, 12. August 2015

Tattoo Convention 2015 - Tag 2


Hallo Ihr Lieben/ Hi folks,

hier kommt auch schon Tag 2. Es war wieder sonnig, heiß und dazu auch noch wirklich voll. Aber wir hatten Spaß!

here is Day 2. It was sunny, hot and a lot of people went to the convention. But we had a lot of fun!

Dienstag, 11. August 2015

Tattoo Convention 2015 - Tag 1


Hallo Ihr Lieben / Hi Folks,

und schon ist die 25. Tattoo Convention in Berlin schon wieder Geschichte. Doch bevor alle Eindrücke verloren gehen, gebe ich Euch heute einen Einblick in Tag 1.

the 25th Tattoo Convention in Berlin is over. Before I lost all my memories (I am getting older you know ;) ), I present to you the first day!

Montag, 10. August 2015

Interview mit Micaela Jary +Gewinnspiel



Copyright Rossigraphie


Liebe Micaela, ich freue mich sehr, dass du im Zuge der Veröffentlichung deines neuen Buches „Wie ein fernes Lied“ heute am 10.08.2015, Zeit gefunden hast für dieses Interview.  



Es freut mich umso mehr, da es ein Wunsch von Kerstin Gier war hier auf meinem Blog Sannistyle-Berlin, etwas über dich zu lesen. Hier nach zu lesen: Interview Kerstin Gier

Dieses Interview vorzubereiten war recht intensiv, weil ich bei der Recherche immer wieder abgeschweift bin und in Deiner als auch der Vergangenheit deines Vaters gelandet bin. 
Halleluja war das spannend. Ich hätte 1000 Fragen stellen können, habe mich aber nun auf diese hier beschränkt.

Du hast „Wie ein fernes Lied“ ja sehr lange geplant und es war/ist eine Herzensangelegenheit. Warum ließ es so lange auf sich warten, was waren die Gründe?

Als ich vor etwa zehn Jahren begann, einen Roman über die Hamburger Swing-Jugend zu schreiben, rieten mir meine damalige Agentin und auch einige Lektoren davon ab. Die Zeit war wohl noch nicht reif für eine Geschichte wie diese. Als mich die Programmleiterin des Piper Verlags vor eineinhalb Jahren auf einen Stoff ansprach, der im Zweiten Weltkrieg spielen sollte, rannte sie damit aber natürlich offene Türen bei mir ein.


Dein Vater Michael Jary war ja ein sehr bekannter Mann, ich muss einfach mal einige berühmte Titel erwähnen, die aus seiner Feder stammen und an denen er mitgewirkt hat. „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“, „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“, „Das machen nur die Beine von Dolores“ und „Wir wollen niemals auseinander gehen“ um nur einige, von über 600 Stücken zu nennen.

Wie bist Du damals aufgewachsen? Ich habe gesehen, es gab Kindermädchen, ein Hausboot, Orte wie München, Hamburg und Lugano in denen ihr gelebt habt. 

Naja, normal im bürgerlichen Sinne war meine Kindheit vielleicht nicht, obwohl ich mein Leben damals schon für ziemlich normal hielt, denn ich kannte es ja nur so. Aber es war auch nicht so aufregend, wie es sich manche vorstellen. Meine Eltern waren schließlich keine Hippies oder irgendwie durch geknallte Freaks. Bis auf den Starkult um meinen Vater, der allgegenwärtig war, und der Begegnung mit vielen Berühmtheiten in meinem Alltag, führten wir ein relativ unaufgeregtes Leben. Das heißt: Meine Eltern frühstückten mit mir, brachten mich – je nach Alter – zur Schule und holten mich wieder ab, meine Mutter kochte das Mittagessen. Abends gingen meine Eltern viel aus oder es kamen Gäste, aber es war immer jemand für mich da, meist meine von mir über alles geliebte Oma. Meine Mutter war nachsichtiger, wenn’s mit den Rechenaufgaben mal wieder nicht klappte, und mein Vater in diesen Dingen eher streng. Ich lud meine Freundinnen ein, veranstaltete Kinderpartys und fuhr in den Ferien immer an denselben Ort – nach Lugano. Letzteres war auf Dauer ziemlich langweilig und überhaupt nicht spektakulär.


Paris spielt nicht nur in „Wie ein fernes Lied“ eine große Rolle, sondern auch in deinem Leben. Was veranlasste dich 1995 dort hin auszuwandern und was zog dich im Jahre 2000 wieder zurück nach Deutschland?

Es war ein langgehegter Wunsch von mir, für eine Weile im Ausland zu leben und zu arbeiten. Mit Anfang zwanzig wollte ich nach Ost-Afrika auswandern, aber eine Jungredakteurin konnte man dort gerade nicht gebrauchen. Dann bekam ich meine Tochter und blieb als alleinerziehende Mutter erst einmal im Lande. Als ich mit 38 Jahren schwerkrank wurde (verschleppte Influenza mit Lungenentzündung und Herzbeutelentzündung) und mich vier Wochen vor Weihnachten auf einer Intensivstation wiederfand, dachte ich, jetzt ist es Zeit für ein neues Leben. Eigentlich war damals London meine erste Wahl, aber die Quarantäne-Bestimmungen standen meinem Hund und mir im Weg. Also fuhren meine damals zwölfjährige Tochter und ich mit dem Finger über die Landkarte und landeten in Paris. Mailand war auch noch eine Option, aber mir damals zu kriminell. Nach Paris zu gehen war definitiv die beste Entscheidung meines Lebens.

Ich kam wegen eines einzelnen Herrn zurück! Gute vier Jahre nach meinem Umzug fuhren wir zum ersten Mal zu Beginn der Sommerferien für eine Woche nach München, wo wir vorher gewohnt hatten, um alte Freunde zu treffen und ein paar Termine wahrzunehmen. Bei einem Geschäftsessen begegnete ich dem Mann meines Lebens. Der reiste mir danach vier Monate quer durch Europa jedes Wochenende hinterher – bis wir endgültig beschlossen, zusammenzubleiben. Deshalb zog ich mit Kind, Hund, Computer und Büchern zurück nach München. Heute bin ich mit bewusstem Herrn sehr glücklich verheiratet.

Übrigens habe ich die zeitgenössische Handlung von „Wie ein fernes Lied“ in das Jahr 1999 gelegt, weil es mein letztes Jahr in Paris war.



Du bist in deinem Leben so oft umgezogen, hat es dich nie irgendwo gehalten? Was war der Grund, Fernweh? Wann wirst du sesshaft?

Ich richte gerne Wohnungen ein. Wäre ich besser in Mathe, wäre ich vielleicht Innenarchitektin geworden. Seit fast sechs Jahren wohne ich in Berlin – und hier bin ich angekommen. Obwohl ich nach wie vor zwischen Berlin und München pendele, ist in Berlin unser Zuhause (vielleicht auch, weil der Weg in meine Geburtsstadt Hamburg nicht so weit ist).


Ich habe in einem anderen Interview gelesen, das du von einer Wohnung in Venedig träumst, ist das immer noch der Fall oder gibt es einen anderen Traumort?

O ja! Das ist noch immer mein Traum. 

Mein Mann und ich hatten mal zehn Tage eine Ferienwohnung nahe der Fondamente Nove gemietet. Das war toll. Auf dem Fischmarkt für Spaghetti Vongole einzukaufen, ist in der Erinnerung noch immer mein absolutes Highlight. Gerade habe ich ein Ferienhaus am Lido gefunden. Das könnte für eine Woche oder länger durchaus unser Urlaubsziel sein... Mal schau’n, ob wir im Herbst noch die Zeit für Ferien haben.

Mit den Jahren werde ich aber etwas vernünftiger. Läge mein Lebensmittelpunkt noch in München, wäre ein Refugium in Venedig eine wundervolle Idee, die ich zu verwirklichen versuchen würde. Aber von Berlin aus ist eine eigene Wohnung dort einfach zu weit. Deshalb bleibt Venedig ein Traum – und wir orientieren uns in Richtung Ostsee. Ich hätte gerne eine Wohnung in Reichweite des Wassers und mit großer Terrasse... Aber es ist noch nichts spruchreif. Überhaupt noch nicht. So ist das eben mit den Träumen.


Es kommt mir so vor, als wäre sehr viel in „Wie ein fernes Lied“ autobiographisch angehaucht, so ist z.B. Michael Jarys Kammertanz Orchester, Vorbild für Harry Alsens Tanzorchester in deinem Buch. Wie viel hast Du mit Erinnerungen (und dem Leben deines Vaters) verknüpft?

Bis auf die Existenz des Tanzorchester Harry Alsen hat meine Geschichte nichts mit dem Kammertanzorchester Michael Jary zu tun. Mein Vater hat zwischen 1939 und 1944 ein ganz anderes Leben geführt als meine Protagonisten. Manche Geschichten, die ich von ihm und anderen Musikern gehört habe, fließen zwar ein, aber autobiographisch ist das Gesamtbild nicht.


Wie belohnst du dich, nach fertig Stellung eines Buches?

Ein Ritual gibt es nicht. Ich habe gerade mal in mein Tagebuch geschaut: Nach der Fertigstellung von „Wie ein fernes Lied“ passierte nichts Aufregendes. Wir waren allerdings vier Wochen vorher ein paar Tage in Brüssel und Paris, das hallte noch in mir nach. Wenn ich mit meinem Roman „Sterne über der Alster“ fertig bin, werden wir wohl für ein Wochenende an die Ostsee fahren. Ich hoffe, dass die Meerluft meinen Kopf frei pustet. Das nächste Projekt wartet nämlich schon.


Was darf auf deinem Schreibtisch nicht fehlen, wenn du schreibst?

Papier. Ich schreibe mir andauernd irgendwelche Notizen auf, drucke Fundstücke aus dem Internet aus und drucke auch immer die neuen Kapitel aus. Da bin ich sehr altmodisch und benutze den Computer letztlich wie eine Schreibmaschine.


Das schwierigste beim schreiben für dich ist...?

Mein Körper, der nicht so lange durchhält wie mein Kopf. Nach spätestens vier bis sechs Stunden kann ich nicht mehr, selbst wenn ich noch so gerne weiterschreiben würde. Dann schmerzen Nacken und die rechte Schulter (die am Anfang des Mausarms), es knack im Kreuz und neuerdings auch in den Knien. Meine Augen haben dann die Form des Monitors angenommen und brauchen einen Blick ins Grüne und/oder ein Ice-Pad. 



Bei welcher Veröffentlichung bist du aufgeregter? Heute am 10.08. zu „Wie ein fernes Lied“ oder am 09.11.2015, wenn der Folgeroman „Sterne über der Alster“ von deinem sehr erfolgreichen „Das Haus am Alsterufer“ erscheint?

Ich bin bei jeder neuen Veröffentlichung so aufgeregt wie beim allerersten Buch. Wahrscheinlich sogar noch mehr, weil ich die Mechanismen des Verlagsgeschäfts und des Buchhandels heute besser kenne als damals. Es hängt ja so viel von einem guten Start ab, vor allem wirtschaftlich, denn Schreiben ist mein Job - ich lebe davon. Aber der Erfolg eines Romans beflügelt auch, gute Rezensionen und ein großes Leser-Interesse haben ja nun etwas. Ich fühle mich dann ganz sacht auf eine Wolke gehoben und schwebe dahin...


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Micaela Jary über sich:
Als mich mein Vater nach meiner Geburt im UKE in Hamburg zum ersten Mal sah, sagte er: "Die wird mal Schriftstellerin!"  Dies geschah sicher unter dem Eindruck des ein Jahr zuvor in deutscher Übersetzung erschienenen Romans "Bonjour tristesse" der blutjungen, wunderhübschen Françoise Sagan. Ich wuchs als Tochter des Filmkomponisten Michael Jary in der Welt des Kinos - und damit der erfundenen Geschichten - auf und begann schon früh, mir Romanhandlungen auszudenken. Mit 14 schrieb ich nach der Lektüre von Daphne du Mauriers "Des Königs General" und "Vom Winde verweht" von Margaret Mitchell meinen ersten historischen Roman. Dennoch sollte es noch sehr lange bis zur Veröffentlichung meines ersten Buchs dauern. Ich studierte erst einmal Sprachen, machte ein Volontariat bei einer großen deutschen Tageszeitung und wurde Journalistin. Seit etwa zehn Jahren arbeite ich ausschließlich als Schriftstellerin. Ich bin verheiratet, habe eine erwachsene Tochter und lebe nach einem wundervollen, viereinhalb Jahre langen Aufenthalt in Paris heute mit Mann und Hund in Berlin und München. 



Werke:
Die Figuren des Goldmachers (1997)
Charleston & van Gogh (1999)
Die Pastellkönigin (2005)
Die geheime Königin (2007)
Das dritte Schwert (Gemeinschaftsroman) (2008)
Die Seidenhändlerin (unter dem Pseudonym Gabriela Galvani, 2008)
Die Hüterin des Evangeliums (unter dem Pseudonym Gabriela Galvani, 2010)
Sehnsucht nach Sansibar (2012)
Die Bucht des blauen Feuers (2012)
Das Bild der Erinnerung (2013)
Das Haus am Alsterufer (2014)
Wie ein fernes Lied (ET 10.08.2015)
Stern über der Alster (ET 09.11.2015)



Gewinnspiel:
Haltet euch fest, Micaela hat sich etwas ganz tolles für gleich zwei Gewinner ausgedacht!

Zu gewinnen gibt es:
1 Platz
1x2 Karten für ihre Musikalische Lesung zu „Wie ein fernes Lied“ mit dem Premier Swingtet um Max Raabes Gitarrist Uli Hoffmeier am 9.10.2015 um 19:30 Uhr in Berlin,
bei der du sie kennen lernen kannst, als auch ein persönlich signiertes Exemplar "Wie ein fernes Lied" aus ihrer Hand bekommst!

2 Platz
ein signiertes Exemplar von „Wie ein fernes Lied“.

Also mich hat das umgehauen! 

Ich werde für den Blog auch in Berlin vor Ort sein und berichten.
Was ihr dafür tun müsst?
Beantwortet einfach die Gewinnfrage,
Gewinnfrage: Wie lautet der Titel des Buches, das am 09.11.2015 von Micaela Jary erscheint?
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Kleiner Tipp, die Antwort befindet sich im Interview!
VIEL GLÜCK!



Sanni