Mittwoch, 26. August 2015

Düster und kreativ

Das schwarze 1x1
Saltatio Mortis

"Das schwarze 1x1" ist eigentlich nur in meine CD-Sammlung gehüpft, weil ich wissen wollte, wie Saltatio Mortis vor ihrem neusten Album waren und weil mein Lieblingssong "Satans Fall" auf dem Sampler zu finden ist. Reicht doch eigentlich oder?



Als Opener haben sich die Spielmänner "Früher war alles besser" ausgesucht. Durch eine eingängige Melodie und einen sehr leicht zu merkenden Text mausert sich schon das erste Lied zum Ohrwurm. In diesem Stück wird Kritik an dem Ewig-Gestrigen-Denken laut und SaMo zeigen, dass sowas nicht sinnvoll ist. Top!

Bei "Wachstum über alles" ist mir kurz das Lachen im Hals stecken geblieben. Die Band adaptiert die Nationalhymne und kehrt damit den wahren Geist der Wirtschaft heraus. Wachstum, egal um welchen Preis. Und sie treffen punktgenau das kranke an diesem Denken. Toll!

Zu "Krieg kennt keine Sieger" muss ich gar nicht viel sagen, denn der Titel an sich spricht für sich. Es gibt wenige Momente, in denen ich bei Texten zu Tränen gerührt bin. Hier ist es der Fall. Einfach reinhören!

Ich habe die CD abends vor dem Schlafengehen gehört und dachte mir bei "Sandmann", dass ich nun selig in den Schlaf gewiegt werde. Stattdessen stand ich fast in meinem Bett, denn der Text und auch der Mix aus harten Riffen und einem unschuldigen Kinderchor haben so gar nichts mit der romantischen Vorstellung des Schlafbringers gemein. Der Song erinnert eher an Metallicas "Enter the Sandman".

"Satans Fall" ist mein absoluter Favorit. Düster und sehr ehrlich erzählen die Spielmänner das Schicksal von Luzifer, einst Gottes Lieblingsengel, nun verbannt in die Tiefen der Unterwelt. Dabei sind SaMo sehr poetisch und so kommt es, dass nicht nur ich den Text mittlerweile kann, sondern auch meine Nachbarn mitsingen können.

Saltatio Mortis sind beim Schwarzen 1x1 noch mittelalterlich, bewegen sich aber thematisch schon sehr in der Gegenwart. Ich vermute, dass dieses Album den Wendepunkt für die Band darstellt. Die älteren Alben kenne ich zwar nicht, dafür aber ältere Titel, die doch mehr dem Mittelalter anheim gefallen sind als diese Zusammenstellung hier.

Fazit: grandiose Stimmen, geniale Texte. Wer hier genau hinhört, erkennt sehr viel Tiefe. Klare Hörempfehlung.

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