Donnerstag, 27. August 2015

Schmidtchen Schleicher mit den elastischen Reifen




Hallo Ihr Lieben,

Carsharing und auch E-Autos sind groß im Kommen. Daher haben meine männliche Testperson und ich es uns nicht nehmen lassen, mal für einen halben Tag dem BMW i3 auf die Felgen zu fühlen. Das Auto haben wir freundlicherweise von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH gestellt bekommen.




Design
Nun, man kann von der Knutschkugel halten, was man möchte. Schnittig ist anders, auf der anderen Seite ist bei dem in blau gehaltenen Design schon von Weitem klar, dass hier ein umweltbewusster Bürger unterwegs ist.

Sowohl dem männlichen Part als auch mir hat das Design durchaus gefallen. Ich selbst war hin und weg von der fehlenden B-Säule. Typisch Frau irgendwo, egal, was das Auto kann, es muss auch noch stylisch sein.

Innenraum
Kaum saßen wir drin, wussten wir beide: die Zukunft wird gerade erlebbar. Der Innenraum sieht futuristisch und aufgeräumt auf. Einen Tacho oder gar ein Schlüsselloch sucht man vergeblich. Alles läuft per Displays beziehungsweise über eine Karte, die man ans Auto hält, damit es überhaupt aufgeht. Damit der i3 startet, benötigt man noch einen PIN. Ich empfinde das als gefährlich, denn so ein 4-stelliger PIN könnte fix geknackt werden. Aber gut, je nach Fahrweise kommt der Täter ja nicht weit ;)

Die Menüführung kann man über das Lenkrad oder die Mittelkonsole vornehmen. Da der BMW keine Gangschaltung besitzt, ist ja genug Platz. Wir empfanden das Auto als intelligent, denn es erklärte sich quasi selbst, als wir es zum ersten Mal starten wollten. Fehlte nur noch die Stimme von K.I.T.T. Das Menü lässt sich intuitiv bedienen und für die Technikfreaks unter den Fahrern kann man sich während der Fahrt auch anzeigen lassen, wann der i3 Strom erzeugt und wann er ihn verbraucht. Klar, was bei uns die gesamte Zeit gezeigt wurde, oder?


Fahrverhalten
Bei der Anmietung warnte uns der Herr von der Tourismus GmbH vor: "Der hat 170 PS, also seien Sie vorsichtig. Wir bekommen sehr viele Blitzerfotos!" Naja, wir wollten ja nun nicht der neue Schumi werden. Aber schon bei der Anfahrt war klar, was er meinte. Ohne Verzögerung beschleunigt der kleine Flitzer. Und so kann es passieren, dass man schneller bei 50 km/h ist, als man schauen kann. Der BMW beschleunigt ohne das bekannte Ruckeln eines Verbrennungsmotors, man hat kein "warnendes" Motorengeräusch und ich fühlte mich auf der Geraden an eine Achterbahnbeschleunigung erinnert. Oder, wie es mein Mittester ausdrückte: "Geil!"

Die Kraft darf man keineswegs unterschätzen. Diese wird direkt übertragen, aber auch genau so direkt wieder genommen, wenn man vom Gas geht. Gemütlich rollen kennt der i3 nicht. Denn sobald man vom Gas geht, produziert der Kleine über das eigenständige Abbremsen Energie. Gemütliches an die rote Ampel rollen kann man also knicken. Aber das ist reine Gewöhnungssache.

Die Lenkung ist sehr direkt. Für mich grandios, für meinen Mitfahrer hätte es etwas schwammiger sein dürfen. Da kann man wohl 5 Autofahrer fragen und bekommt 10 Meinungen. Ansonsten ist das Fahrvergnügen sehr gemütlich und ruhig. Die Beschleunigung erleichtert in meinen Augen das Einfädeln auf Autobahn und Co.

Alltagstauglichkeit
Der wichtigste Punkt für eine Kaufentscheidung: hält er den Alltag aus? Und hier lautet das klare Urteil: Jein.
Mit einer Reichweite von rund 150 km ist der i3 als reines  Elektroauto eher was für die Stadt. Hier auf dem Land dürfte man schnell aufgeschmissen sein und auch Langstrecken sind noch utopisch mit dem Kleinen.
Das Auto bietet zwar theoretisch Platz für 4 Leute, bequem reisen kann man aber nur zu zweit. Denn die hinteren 2 Plätze sind eher schmal und auch der Autohimmel ist nicht weit entfernt. Jeder größere Mensch wird also seine Probleme bekommen, wenn er nicht gerade Meister im Körper-Origami ist.


Der Kofferraum hat eine hohe Ladekante und bietet zudem wenig Platz. Verreisen kann man mit dem Kleinen also nicht. Eine Spritztour oder der schnelle Einkauf sind aber durchaus möglich.

Fazit
Ein reines Elektroauto zu fahren ist ein Erlebnis, was man sich mal gönnen sollte. Für den Alltag eignet sich der i3 nur bedingt, als Zweitauto wäre er eine Überlegung wert (ungeachtet des Preises, denn für den schmalen Geldbeutel ist er definitiv nichts).

Wir hatten sehr viel Spaß und werden wohl öfter mal auf den i3 zurückgreifen, wenn uns der Sinn nach Anschleichen steht.

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